1000 Formen des Liegens, 1000 Motivationen des Liegens: Mit Heike Geissler besuchen wir heute die hohe Schule des Liegens. Oder…
Von Niklas Maak (DLF). Kaum ein Gebrauchsobjekt spaltet die Gesellschaft so wie das Auto: Für die einen ist es ein ökologisches Problem, das Straßen verstopft und Atemluft verschmutzt. Für die anderen ein notwendiges Transportmittel und Ausdruck individueller Freiheit.
Die Debatte über Sinn und Zweck des Automobils wird hochemotional geführt, und Stadtregierungen, die den Verkehr verringern oder sogar die Innenstadt autofrei gestalten wollen, müssen mit erheblichem Gegenwind rechnen.
Konservative und extrem rechte Parteien gehen – wie beispielsweise in Berlin – erfolgreich mit Kampagnen wie „Auto verbieten verboten“ auf Wählerfang. In Tschechien ist sogar eine Auto-Partei gegründet worden, die große Erfolge feiert.
Muss man die Idee der ökologisch nachhaltigen Stadt der Fahrradfahrer und Fußgänger, die mit dem öffentlichen Nahverkehr gut zurecht und überall hinkommen, aufgeben und akzeptieren, dass die Städte weiterhin mit dieselnden Zweitonnern durchrollt werden, in denen nur eine Person sitzt?
© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 12.7.2026
Niklas Maak (Jahrgang 1972) ist Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dort schreibt er über Kunst und Architektur, Alltagsästhetik und Design. Zu seinen wichtigsten Büchern gehören die Romane „Fahrtenbuch: Roman eines Autos“ (2011), „Technophoria“ (2020) sowie die Sachbücher „Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen“ (2014) und „Atlas der seltsamen Häuser und ihrer Bewohner“ (2016). Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Henri-Nannen-Preis oder dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.