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Essay: Die Zukunft gehört dem Spieler

Alles, was wirklich wertvoll ist, verdanken wir dem spielenden Menschen: Kultur, Kreativität und Lebensfreude. Von Norbert Bolz.

Erst als das 19. Jahrhundert die Religion der Arbeit predigte, haben wir das vergessen. Spiele bieten das Erlebnis des erfüllten Augenblicks und setzen die großen Gefühle frei, die wir im Alltag nicht mehr unterbringen können.

Heute gibt es nun eine kulturrevolutionäre Bewegung, die die Grenze zwischen Spielwelt und Alltagswirklichkeit verwischt: Gamification. Man versucht, reale Probleme zu lösen, indem man sie in Spiele verwandelt. Das gilt für die Wirtschaft genauso wie für die Bildung.

Das Spiel bricht in die Wirklichkeit ein. Nach dem 19. Jahrhundert des homo oeconomicus und dem 20. Jahrhundert des homo sociologicus treten wir jetzt ins Jahrhundert des Spielers ein: homo ludens 2.0.

(SWR 2015)



© SWR 2, Essay, 10.3.2024

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