Faustkultur: „Cool Jazz“ – neue CD-Veröffentlichungen. Von Thomas Rothschild

Musik von Paul Desmond, Jim Hall, Anita O’Day, Jimmy Giuffre, Stan Getz, Gerry Mulligan, Lee Konitz in neuen Boxen. Wer jemals „Take Five“ gehört hat, wird das Stück ein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf kriegen. Das liegt nicht nur am ungewöhnlichen Fünfviertel-Takt, sondern an Paul Desmonds musikalischen Ausdrucksweise.

Der Saxophonist, der das Stück auch komponiert hatte, greift einem mit seinem fließend gehauchten Spiel unmittelbar ins Gemüt. Von seinen Studioproduktionen auf CD und anderen Veröffentlichungen von Musikern, deren Namen allein schon klingen, berichtet Thomas Rothschild.



Cool hat man in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, noch lange, ehe die Vokabel differenziertere Ausdrücke als Modewort inflationär ersetzte und ihre spezifische Bedeutung einbüßte, eine Stilrichtung des Jazz genannt. Auf der Trompete wurde Miles Davis ihr Großmeister. Aber eine ganze Reihe von Saxophonisten, die aus der Jazzgeschichte nicht wegzudenken sind, haben den Cool Jazz in ihrer je eigenen Art gepflegt und weiter entwickelt.

Einer davon ist Paul Desmond. Man kennt ihn in erster Linie als Partner des Pianisten Dave Brubeck und als Komponisten des Superhits „Take Five“. Aber vielleicht mehr noch als in Brubeck fand Desmond in dem Gitarristen Jim Hall einen Mitmusiker, der seinen Stil und sogar, bei aller Verschiedenheit der Instrumente, seine Klanggestaltung teilte.




© Faustkultur, 8.8.2022

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