Festival Tehran Contemporary Sounds „Wenn es Schriftzeichen prasselt“

Experimentierwille ohne Dogma: Eindrücke vom elektronischen Festival „Tehran Contemporary Sounds“ im Berliner Kunstquartier Bethanien. Von Robert Miessner.

Mit den Geräuschen eines galaktischen Turbinenkollers beendete Hadi Bastani am Sonntagabend seinen Auftritt im Rahmen der zweiten Ausgabe des Festivals „Tehran Contemporary Sounds“, das seit Freitag im „Studio 1“ des Kunstquartiers Bethanien in Berlin-Kreuzberg stattgefunden hatte.

Aber auch bereits zuvor hatte sich Bastani, Noise-Musiker mit Doktorgrad, nicht lumpen lassen und an den Anfang seines Sets sehr tiefe, geschichtete Bässe gesetzt, in die er mit zunehmender Intensität unterirdisches Gurgeln, hölzernes Klackern und metallisches Klackern schaltete.

Davon abgesehen, dass das noch lauter gegangen wäre – tatsächlich fanden sich Leute im Publikum, die inmitten dieses ohrenbetäubenden Wirbels noch in ihre Smartphones schauten – korrespondierte Bastanis Performance in gewisser Weise mit einem Exponat der Ausstellung, welche die „Tehran Contemporary Sounds“ begleitete.




© TAZ, Kultur, 25.10.2021

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