Festival Ultraschall Berlin : Am besten dann doch einfach C-Dur
Von Clemens Haustein. Kraftvoll und empathisch zeigt sich die neue Musik beim Festival Ultraschall Berlin, aber oft eben auch akademisch und austauschbar.
Und als das Fenster aufgeht, dringt von draußen eine Melodie herein. Traurig klingt sie, von einem einsamen Bassetthorn gespielt, kehlig, als würde ein melancholischer Gänserich singen. Bald mischt sich auf gleicher Tonhöhe ein Klavier hinein, lässt eine Quarte, eine Sexte parallel mitlaufen, später kommt auch ein Cello dazu. Auf und ab führt die Melodie, im Rhythmus sich drehend wie eine Windharfe, geleitet von einer geheimen Gesetzmäßigkeit. Möglich, dass sie irgendwo aus östlichen Ländern herübergeweht wurde mit allen Veränderungen und Verundeutlichungen, die auf dem weiten Weg geschehen können.
© FAZ, Kultur, Bühne, 24.1.2024
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