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„Gegen die Dämmerung“ Lebenszeichen vom Londoner Musiker Burial

Der mysteriöse Londoner Dubstep-Produzent Burial ist wieder aufgetaucht und veröffentlicht mit „Antidawn“ eine fantastische neue EP. Von Philip Weichenrieder.

Jenseits von allem und frei. „Free, beyond everything“, sagt eine brüchige Stimme über einem Knistern. Die Worte klingen traurig, sehnend, schicksalsergeben. Dann setzen warme Klänge ein, sachte pulsiert ein Drumbeat ganz weit im Hintergrund, es wehen leise Geräusche wie von einer peitschenden Snare vorbei, ein fernes Echo der Clubmusik.


Darüber legen sich fließende Synthesizer-Vorhänge. „New Love“ von Burial trifft den süßen Punkt der Melancholie zwischen Traurigkeit und friedlicher Ruhe in der Anerkennung der eigenen Gefühlswelt, die bezeichnend ist für die Musik des Londoner Produzenten. Und doch zeigt „Antidawn“, die neue EP von Burial, auf der „New Love“ einer von fünf Tracks ist, eine neue Richtung an, in die sich sein Schaffen bewegt.


Fast 45 Minuten misst „Anti­dawn“ und ist damit die umfassendste Veröffentlichung des britischen Künstlers seit seinen Alben „Burial“ (2006) und „Untrue“ (2007). Sie machten William Bevan zu einem omnipräsenten Geist, obwohl lange unklar blieb, welcher Mensch hinter dem Alias Burial steht.



© TAZ, Kultur, Musik, 28.1.2022

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