heise online: Myst wird 30 – Das Grafik-Adventure, das ein Genre zerstörte
Über 6 Millionen verkaufte Exemplare, entwickelt von einem Mini-Team: Vor 30 Jahren erschien das Grafik-Adventure „Myst“. Ein schonungsloser Rückblick. Von Gerald Himmelein.
Vor 30 Jahren erschien das Grafik-Adventure „Myst“. Es war ein kleines Projekt, ausgeheckt von fünf Entwicklern zu einer Zeit, als optische Laufwerke noch rar waren und „Multimedia“-PCs noch als Verkaufsargument galten. Dennoch wurde „Myst“ zum absoluten Verkaufsschlager – mit 6,3 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste Spiel der Welt (bis 2002, entthront von „The Sims“).
Dabei hätten sich die beiden Hauptentwickler, die Brüder Rand und Robyn Miller, schon über 100.000 Kunden gefreut. Stattdessen wurde „Myst“ für viele zum entscheidenden Argument, ihren Rechnern ein CD-ROM-Laufwerk zu spendieren. Inzwischen hat „Myst“ vier Überarbeitungen, ebensoviele Nachfolger sowie ein Spin-Off hinter sich. Nicht schlecht, sollte man meinen. Doch das kommt darauf an, wen man fragt.
Wer PC-Spiele-Veteranen auf „Myst“ anspricht, bekommt eine von zwei Reaktionen: leuchtende Augen oder vorwurfsvolle Blicke. „Myst“ wird entweder geliebt oder gehasst. Sollte es Leute geben, die zwischen diesen beiden Lagern liegen, habe ich sie noch nicht getroffen.
© heise online, Entertainment, Gaming, 24.9.2023