Helge Schneider 70 oder Geht fast so leicht ins Ohr wie Peter Alexander
Von Patrick Bahners (FAZ). Die Beschränktheit ist gespielt, das Glück trügt nicht: Helge Schneiders Werke erfüllen die klassische Definition der Idylle. Jetzt feiert der Sänger, Schauspieler, Entertainer und Gesamtkünstler seinen 70. Geburtstag.
Schon in der allerersten Rezension der F.A.Z. zu einem Auftritt von Helge Schneider, am 1. März 1991, hat Peter Kemper auf den Punkt gebracht, was aus Sicht der Kritik zu diesem Künstler zu sagen ist. „Die Show wirkt stümperhaft und ist in ihrem grandiosen Dilettantismus doch bis ins Detail ausgeklügelt.“ Was hier über die Bühnenshow stand, gilt auch von allen anderen Anteilen oder Varianten von Schneiders Kunst, seinem Klavierspiel und dem Spiel auf den übrigen mehr als ein Dutzend Musikinstrumenten, die er beherrscht, von seinem Gesang und seiner Dichtung, Texten wie Vortrag und Aussprache, von seiner Schauspielerei: Das Improvisierte ist überlegt, das Entgleisende gelenkt, das Unbeholfene perfekt. Die Zuschauer kannten Vorlagen aus dem Fernsehen: „Aus all den großen Gesten von Wim Thoelke über Peter Alexander bis zu Udo Jürgens formt Schneider einen Hampelmann.“
© FAZ, Feuilleton, 30.8.2025