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„Im Dschungel der Moderne“ Der französische Komponist Charles Koechlin. Von Wolfgang Rathert

Er war ein unzeitgemäßer Komponist – Charles Koechlin. Geboren 1867 in Paris als Sohn einer elsässischen Familie von Erfindern und Künstlern, kam er erst spät zur Musik. Sein zunächst begonnenes Ingenieurstudium musste er wegen einer Tuberkulose abbrechen. 

Erst mit 24 Jahren nahm er in Paris ein Kompositionstudium auf. Der Erfindergeist aber war ihm geblieben. So experimentierte er unter dem Eindruck der Opern Richard Wagners mit den neuesten musikalischen Mitteln seiner Zeit, mit Polytonalität und Atonalität, allerdings auf eine Weise, die nicht den Strömungen der anerkannten französischen Avantgarde zuzuordnen war. Koechlin ließ sich dabei vor allem von literarischen Quellen anregen, unter anderem von Rudyard Kiplings „Das Dschungelbuch“. Sein riesiges Werk umfasst 225 Opuszahlen und ist bis heute weitgehend unbekannt geblieben.



© Deutschlandfunk Kultur, Musikfeuilleton, 25.3.2022

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