Er war Englands meistdiskutierter Kulturkritiker. Mark Fisher hinterfragte den Kapitalismus und die gegenwärtige Sucht nach Vergangenem. Mit 48 Jahren ist…
Mark Fisher konnte nur noch die Einleitung zum geplanten Buch „Acid Communism“ vollenden. Sein Vorhaben war, die mögliche Zukunft, die der Neoliberalismus in den späten Siebzigern verbaut hatte, wieder vorstellbar zu machen. Erster Teil einer Serie zur deutschen Veröffentlichung von „k-punk“.
Von Uli Krug
Nein, Mark Fisher schätzte Adorno nicht besonders, wenn er ihn denn überhaupt mal erwähnte. Fisher, der die im postmodernen Kapitalismus zur Kollektiverkrankung gewordene Depression, der er selbst im Januar 2017 erlag, als Konsequenz der Privatisierung von Stress (sprich: von Lebensrisiken und Arbeitskraftverwaltung) zu deuten verstand, begründete seine Aversion ausgerechnet mit einem alten Klischee des ML-Geschichtsoptimismus: Adorno lade lediglich dazu ein, »die Wunden des beschädigten Lebens unter der Herrschaft des Kapitals in nicht enden wollender Weise zu begutachten«, monierte Fisher in der posthum veröffentlichten Einleitung seines geplanten Buchs „Acid Communism“…
© Jungle.World, Dschungel, 27.2.2020/6.3.2020
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