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„Ich kann mir keine Welt vorstellen, in der du nicht der Größte bist“ Caroline Rosales über Klaus Lemke

Der Filmemacher Klaus Lemke ist gestorben und die Nachrufe auf sein Werk sind geschrieben. Doch für unsere Autorin war er vor allem: ein enger, unersetzlicher Freund.

Es war ein versmogter, flirrend heißer Tag im Juli 2020. Da kam der Text aufs Handy. Ein typischer Klaus. „Komm mit Cleo ins Savoy Hotel, Baby. 14.15 Uhr. Ich stehe am Eingang und warte auf euch.“ Ich wusste sofort, worum es ging. Klaus und ich haben schon oft darüber geredet. Cleo, meine damals sechsjährige Tochter, sollte einen kleinen Auftritt in seinem damals neuen Film Berlin Izza Bitch bekommen. Für ihn und mich war das eine sentimentale Sache. Meine Cleo ist nach seiner Cleo benannt. Nach Cleo Kretschmer, der großen Schauspielerin aus seinem Film Amore aus dem Jahr 1978.

Wir stiegen ins Taxi, wenig später standen meine Tochter und ich im plüschigen, gediegenen Foyer des Savoys an der Fasanenstraße in Charlottenburg. Klaus kniete sich vor Cleo, erklärte ihr die Szene. Sein Kameramann, seine Hauptdarstellerin Lea Mornar, kein Licht, kein Ton, wie in allen seinen Filmen – es konnte gleich losgehen. Wir sollten als Mutter und Tochter durch die Lobby schreiten. „Wenn ich dir ein Zeichen gebe, sagst du, ‚Fick dich, Mama'“, sagte Klaus zur kleinen Cleo. Die konnte ihr Glück kaum fassen. „Im Ernst?“, fragt sie mich. Ich nickte.



© Zeit Online, Kultur, 9.7.2022

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