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Kruder & Dorfmeister: „Legendär leiwande Lässigkeit“ Von Karl Fluch

Das spät ausgebrütete Debütalbum „1995“ der beiden Wiener Downtempo-Kaiser überrascht mit seiner Zeitlosigkeit.

Im Jahr 2001 saß Adrian Sherwood bei der Red Bull Music Academy in São Paulo und schimpfte über Moby. Früher als der New Yorker Popstar hätten er und die Band Little Axe Blues- und Gospelsamples mit laschen fetten Beats gekreuzt – ohne einen Megaseller zu landen.about:blank

Jetzt zeigt sich, dass der britische Produzent auch auf Peter Kruder und Richard Dorfmeister hätte schimpfen können. Ihr Debütalbum 1995 kreuzt ebenfalls Blues-Samples mit bis unters Dach bekifften Beats. Unter Federführung der beiden Wiener eroberte dieser Trip-Hop oder Downtempo genannte Sound die Welt.

1995 hatten die Produzenten ein Album in der Lade, sogar eine Handvoll Testpressungen gab es, veröffentlicht wurde es aber nicht, die beiden waren zu sehr mit Remixaufträgen und DJ-Jobs in aller Welt beschäftigt. Gut für Adrian Sherwoods Blutdruck.

© Der Standard, Kultur, 17.11.2020

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