Manu Chao: Er gehört zu mir
Als unsere Autorin ins Leben aufbrach, entdeckte sie die Musik von Manu Chao. Nun ist er 60 geworden. Eine Liebeserklärung Von Anna Kemper
Im Sommer 1998, nach unserem ersten Studienjahr, packten meine beste Freundin und ich die Rucksäcke, fuhren mit der Mitfahrzentrale von Duisburg nach Avignon und kauften als Erstes ein hellblaues Softpack filterlose Gauloises. Noch am selben Abend schnorrte uns jemand an, lehnte aber angesichts des hellblauen Softpacks ab („Bauarbeiterzigaretten!“). Für uns verkörperte die Schachtel alles, was dieser Urlaub werden sollte. Wir trampten, fuhren in der Fahrerkabine von Lkw mit und auf der Rückbank eines VW Käfer, sprangen in das Wasser unter dem Pont du Gard bei Nîmes und verbrachten einen irren Abend in einem eigentlich geschlossenen Restaurant, dessen Besitzer uns einfach eingeladen hatte. Mitten in diesen Tagen, in denen ich das Gefühl hatte, dass jetzt mein Leben losgeht, bekam ich die Nachricht, dass meine Oma gestorben war. Im Zug weinte ich so viel, dass ich es auf der Beerdigung nicht mehr konnte. Danach fuhr ich sofort wieder zurück nach Frankreich.
© Zeit Online, Magazin, 26/2021 21. 6. 2021
ich bin ja eher so ein fan von mano negra und erinnere mich, wie – es könnte karl lippegaus gewesen sein – die in einer samstagsnahmittagssendung ca 1989 im swr2 besprach, ich durchs ganze haus flitzte, überall die radios aufdrehte … und am montag drauf die „puta’s fever“ bestelltee, die es da in deutschlandnoch nicht gab.
gerade die platte ist einfach in ihrer alles umfassenden mixtur einfach nur großartig.
mir ist ja die bedeutung, die manu gerade in südamerika hat (es ist nicht zu gewagt, zu denken, daß er einen teil der aufstände, die dort seitdem losgebrochen sind, mit verantwortlich ist …) aber musikalisch ist mir das zu dünn. da vermisse ich mano negra dann doch
ach ja, wie großartig sie ist und was für welten in sie eingekappselt sind, versteht man erst, wenn man sie in gänze gehört hat …