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Möglichkeiten einer Sternstunde (oder Die Begegnung der Herren Bach und Händel im Jahr 1747)

Sie sind im gleichen Jahr geboren, fast am gleichen Tag und Ort, vor genau 300 Jahren. Aber sie sind sich nie begegnet: Leipzigs Thomas-Kantor Johann Sebastian Bach und Londons Superstar Georg Friedrich Händel. Von Paul Barz.

Sie haben die gleichen Freunde, der eine bedient sich recht kräftig beim Werk des anderen. Sie enden beide gleich: alt, blind und einsam. Der eine als meist unverstandener Provinzkomponist, der andere als Karajan und Bernstein in einer Person. Hätten sie sich, wären sie sich doch begegnet, etwas zu sagen gehabt? Wären sie Freunde oder Feinde gewesen? Und vielleicht hätte sich auch auf die zentrale Frage eine Antwort ergeben: Warum Bach die Begegnung mit dem ungleich berühmteren und erfolgreicheren Händel stets gesucht, Händel sie stets vermieden hat. „Möglichkeiten einer Sternstunde“ erzählt von einer Begegnung, die so nie stattfand. Zwei Titanen der Musik kommen zusammen, sind dabei nur Menschen, und das Halleluja aus Händels „Messias“ dröhnt im Hintergrund – vom Kollegen Bach fachmännisch beseufzt mit einem: „Wieder viel zu laut“.



© WDR 3, Hörspiel, 29.5.2023

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