Nachruf auf Lamont Dozier „Architekt des Motown-Sounds“ von Detlef Diederichsen

Der US-Produzent und Songwriter Lamont Dozier ist mit 81 Jahren gestorben. Würdigung eines begnadeten Arrangeurs und Strippenziehers.

Sich selbst als „Black Bach“ zu bezeichnen und das Frontcover des so betitelten Soloalbums mit der Abbildung einer stilisierten Marmorbüste des eigenen Antlitzes zu schmücken, zeugt von nicht gerade wenig Selbstbewusstsein. Oder? Wer hatte 1974 die Chuzpe, sich als schwarzer Johann Sebastian vorzustellen? Duke Ellington? Julius Eastman? Sun Ra?

Wahrscheinlich war es eher Verzweiflung, die Lamont Dozier zu diesem Albumtitel bewog, denn seine Karriere war ins Stocken geraten. Zwischen 1962 und 1967 hatte er zusammen mit den Brüdern Eddie und Brian Holland als Songwriting- und Produktionsteam Holland-Dozier-Holland den charakteristischen Klang von Berry Gordys Detroiter Motown-Label definiert: „The Sound of Young America“, wie der Werbespruch der Firma nicht ganz unzutreffend lautete.



© TAZ, Kultur, Musik, 10.8.2022

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