„Ohne Kopie kein Original“, Die Komponistin Oxana Omelchuk porträtiert von Leonie Reineke

Wir leben in einer Remix-Kultur. Hier gilt: „Ohne Original keine Kopie“. Und es gilt zugleich: „Ohne Kopie kein Original“. Diese Denkfigur steht im Zentrum von Oxana Omelchuks Musik, und das Abhängigkeitsgefüge von vermeintlich Wahrem und Falschen gerät ins Wanken.

Die 1975 in Weißrussland geborene, seit vielen Jahren in Köln lebende Oxana Omelchuk arbeitet mit Versatzstücken aus verschiedenen musikalischen Feldern. Auf virtuose Weise verknüpft sie diese miteinander: in Form von Stilkopien und Stilisierungen. Und es entstehen klangliche Landschaften, die von historischen Allusionen, idiomatischen Überzeichnungen und raffinierten Kontextverschiebungen leben. „Komponieren“, sagt Omelchuk, „heißt für mich nicht nur, Neues zu erfinden. Es geht mir um eine Reflexion von altem Material – ähnlich wie wir beim Schreiben von Texten, mit Worten arbeiten, die schon existieren“.



HR 2, Neue Musik, 20.10.2022

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