Release Tipp: AAR & DAG – Tifold af Fri Form og Fælles Motiv / AD06
Die Musik von AAR & DAG entsteht spontan zwischen den Mitgliedern, geleitet von der Intuition und der Aufmerksamkeit füreinander. Das klingt nach Free Jazz, aber die klassisch ausgebildeten Musiker gehen damit ganz anders um und so entsteht eine Musik die nie langweilig, sondern überraschend vielfältig ist. Eine Entdeckung!

Aar & Dag ist ein Kollektiv von vier dänischen Komponisten: Andreas Pallisgaard, Mads Forsby, Anders Lauge Meldgaard und Michael Mørkholt. Jedes der vier Mitglieder hat eine unabhängige Praxis als Musiker/Komponist und arbeitet mit Instrumentenbau, Computerprogrammierung, Live-Improvisation und notierter Komposition.
Mit der Zusammenführung der vier Mitglieder wollen Aar & Dag ein offenes Feld für die Untersuchung und Erforschung neuer Methoden, Instrumente und Systeme zum Komponieren und Aufführen von Musik als kollaborative Einheit schaffen. Die Musik auf der LP Tifold af Fri Form og Fælles Motiv ist das Produkt mehrerer Jahre der Entwicklung, Live-Performance und Studioaufnahme und dokumentiert Aar & Dags Arbeit mit einem großen Ensemble von 10 Musikern, das selbstgebaute Synthesizer und elektronische Instrumente, Rohr- und Blechbläser sowie Perkussion umfasst. © Jason Dungan

Das zentrale Konzept von Aar & Dag als Kollektiv ist die Idee eines nicht-hierarchischen Ensembles: Es gibt keine vorgegebenen Kompositionen, die die Mitglieder aufführen. Vielmehr entfaltet sich die Musik von Aar & Dag spontan zwischen den Mitgliedern, geleitet von der Intuition und der Aufmerksamkeit füreinander. Ein Spieler beginnt. Nach und nach steigen andere ein und wieder aus. Die Musik entwickelt sich als spielerische Interaktion zwischen den Spielern. Sie nennen es „kollektives Instrumentarium“: Die Idee, dass die Gesamtheit des Ensembles und seiner Instrumente an sich ein riesiges Instrument ist. Aar & Dag ist ein Organismus: Eine Sammlung von Teilen, die zusammen ein selbstregulierendes System bilden. © Jason Dungan
Das Spielen mit verschiedenen Rhythmen und Tempi ist eine zentrale Basis Ihrer Musik. Daraus entwickeln sich die verschiedenen Stücke. Der hörbar spielerische Umgang mit dem Material lässt alles sehr offen klingen. Die Idee des „kollektiven Instrumentariums“ ist eine tragfähige Möglichkeit wie Ensembles heute musizieren können.
Es ist schade, dass so eine Musik so viele Vorbehalte erfährt und vermutlich nie im Radio zu hören sein wird. Außer einer Ausnahme… 😉
Mir macht es immer wieder Spaß ihnen zuzuhören, wie sich die Stücke entwickeln, welche Wendungen sie nehmen. Ich hoffe, das Ich Euch dafür begeistern kann und Ihr die Reise mitgeht /mithört.
Herrlich, gefällt mir! Danke!
Den früheren „Free Jazz“, an dem ja so einiges gar nicht „Free“ war, konnte ich immer nur im Moment der Entstehung,
also live genießen.
Diese Improvisationen funktionieren auch als Tonkonserve, auch bei mehrfachem Anhören, immer wieder etwas zu Entdecken.
Wieder mal Klänge bei denen ich denke „Wenn ich ein richtiger Musiker wäre, das wäre die Musik, die ich spielen möchte“ 😉
Mein großes Idol Jaki Liebezeit nannte das, was er mit ähnlichem Konzept mit seinen „Drums off Chaos“ machte
übrigens „Instant Music“, der Begriff würde hier auch passen.
Es ist Fluch und Segen zugleich, soviel neues Material zu bekommen. Sonst würde ich vieles nie gehört haben und die Fundsdtücke teile ich gerne 😉
Ja, Danke fürs Teilen! Und Danke fürs „Vorfiltern“.
Karl Lippegaus sagte, glaube ich sinngemäß im Interview mit K. Bruckmaier: “ Es ist wohl unsere Pflicht als Musikredakteure, uns durch ganz viel schlechtes durch zu hören, um die Perlen zu entdecken und sie dann zu präsentieren“
Dir also Danke für diese Arbeit. Ich könnte das nicht, widme meine Aufmerksamkeit eher wenigen Sachen.
Um so schöner dann hier so etwas präsentiert zu bekommen.
Ich frage mich immer wieder, wie Du an so viele Sachen kommst, von denen ich nie gehört habe…..?
Wirst du bemustert? 🙂
Ja. Ich bekomme die Musik im Voraus. Und Karl hat da vollkommen recht. Vieles von dem, was ich bekomme, gefällt mir gar. Ich kann noch nicht mal sagen, dass es schlecht ist. Ich höre viel Musik
und so schaue ich, dass ich den Berg der Veröffentlichungen durchhören kann. Was aber nicht immer gelingt. Aber der Lohn sind dann Perlen oder im besten Fall ist es Musik zum Weiterempfehlen.