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Release Tipp: India Gailey – Problematica / people places records

Nach ihrer vielbeachteten Veröffentlichung „to you through“ im Jahr 2022 geht die Cellistin India Gailey nun noch einen Schritt weiter. Alle neuen Stücke sind Auftragskompositionen für Cello, Elektronik und Stimme, die u.a. in Zusammenarbeit mit India Gailey entstanden sind. Diese neuen Stücke lassen unter anderem ihre Stimme erstrahlen und halten noch viele weitere Experimente bereit. Entstanden ist ein abwechslungsreiches und spannendes Album, das die vielfältigen Talente von India Gailey sehr gut zur Geltung bringt. Es erwartet euch eine bewegende Reise mit India Gailey.


Nach dem Erfolg ihres zweiten Solo-Cello-Albums, to you through (2022, Redshift Records), hat die preisgekrönte amerikanisch-kanadische Musikerin und Komponistin India Gailey ein Nachfolgewerk produziert, das ebenso fesselnd und betörend ist, während sie gleichzeitig neue Wege beschreitet. Als Interpretin im Bereich der zeitgenössischen Musik und als Improvisatorin spielen Gemeinschaft und Intuition eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Gaileys musikalischem Denken. Die Musik, die sie für Problematica in Auftrag gegeben hat, spiegelt diese Anliegen wider und bietet den Zuhörern eine größere Nähe zu ihrer Fantasie und künstlerischen Neigung.



Gaileys tadelloses kuratorisches Gespür war bereits im Vorgänger von Problematica hörbar, doch hier findet sie nicht nur eine viel größere Kohärenz, sondern schafft es auch, inmitten dieser einen Sinn für Pluralismus zu vermitteln. Wenn diese beiden Eigenschaften zusammenkommen, ergibt sich eine überzeugende und völlig organische stilistische Mehrdeutigkeit – eine Art, die viele andere Künstler anstreben. Würde man dieses Programm ohne Abspann hören, könnte man leicht annehmen, dass es sich um das Werk eines einzigen, anomalen Künstlers handelt und nicht um eine Reihe von Kollaborationen zwischen Interpreten und Komponisten. Selbst wenn der Hörer alles genau weiß, ist es schwierig, das Werk einem bestimmten Genre oder einer bestimmten Modalität zuzuordnen; es ist sicherlich weit entfernt von einem Standardkonzert moderner Komponisten.


India Gailey / Foto von Jamie Kronick

Gaileys beschwörender, idiosynkratischer Gesang (den Jason Victor Serinus von Stereophile als „liebliche Unschuld“ beschrieb) kommt stärker zum Tragen als zuvor, und die Stimme spielt eine zentrale Rolle bei der Verortung dieser Musik in ihrem besonderen klanglichen Universum. Es ist auch hilfreich, dass zwei neugierige Singer-Songwriter unter den ausschließlich kanadischen Auftragskomponisten sind und dass ihre Beiträge das Album einrahmen. © Alle Texte: Label



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