Rosa Luxemburg – Erkenntnis ist wichtiger als Gehorsam
„Luxemburg war für Stalin auch noch nach ihrem Tod gefährlich“ – Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Jörn Schütrumpf, Biograf von Rosa Luxemburg, Autor.
Seine großen Bücher schrieb der Historiker Jörn Schütrumpf über Frauen: Jenny Marx, Angelica Balabanoff und Rosa Luxemburg.
Luxemburg, die eine der führenden Intellektuellen ihrer Zeit war, wurde am 15. Jänner 1919 in Berlin ermordet. Ihre Mörder waren Faschisten. Aber – hätte sie weitergelebt – wären es vielleicht auch ihre kommunistischen Genossen gewesen. Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann, einer der Nachfolger Rosa Luxemburgs, hatte im Februar 1932 nichts Wichtigeres zu tun, als der Bekämpfung des Luxemburgismus ein ZK-Plenum zu widmen. Und das, kurz bevor er selbst von den 1933 an die Macht gewählten Faschisten inhaftiert und später ermordet wurde.
„Vollendet wurde die Bespeiung Rosa Luxemburgs nach 1948 – als konstituierender Bestandteil der Stalinisierung der SED“, schreibt Schütrumpf. Dass Freiheit immer auch die Freiheit des Andersdenkenden beinhaltet, war auch in den kommunistischen Staaten der poststalinistischen Zeit nicht besonders beliebt.
Was war und ist das Skandalon, das von der 1871 in Polen geborenen Wirtschaftswissenschafterin, Politikerin und Revolutionärin Rosa Luxemburg bis heute ausgeht? Darüber spricht Renata Schmidtkunz mit Jörn Schütrumpf, dem langjährigen Leiter der „Fokusstelle Rosa Luxemburg“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
© Ö1, Da Capo, 18.1.2019