„Scheiden tut weh“ Ein Nachruf auf Thomas Plenert von Annekatrin Hendel
Zuletzt bin ich auf Dich, wie immer lebhaften Erzähler, vor gut zwei Monaten bei einem ausgiebigen Frühstück im Hotel beim Filmfest Schwerin getroffen. Du hast von Deinen Bienen und von einem neuen Spielfilmprojekt geschwärmt.
Wie hast Du das hinbekommen, Thomas? Diese ungenierte, lässige Vertrautheit, diese Unbefangenheit vor Deiner Kamera? Die von Dir aufgenommenen Figuren, die Landschaften, Bewegungen, Räume werden alle die Zeit überdauern. Diese Sicht auf scheinbar Triviales, das zur Hauptsache werden kann – einzigartig im deutschen Film.
Weil mir die Arbeit der Bildgestalter:innen oft zu kurz kommt, habe ich Dich 2019 in einem „Zeitzeugengespräch“ für die DEFA-Stiftung über Deine künstlerische Entwicklung ausgefragt:
„… ich greife Situationen immer mit den Augen ab, will ein Gefühl für den Alltag entwickeln. Das mache ich auch, wenn ich keine Kamera in den Händen halte.“ ©Texte: Annekatrin Hendel
© Deutsche Filmakademie, 18.7.2023