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„Sie war fast überall die erste“ Die Komponistin Y. Pagh-Paan. Porträtiert von Martina Seeber

1994 wurde Younghi Pagh-Paan als erste Frau Professorin für Komposition an einer deutschen Musikhochschule. 1980 war sie, die seit 1974 in der Bundesrepublik lebt, die erste Komponistin, die für die Donaueschinger Musiktage ein Orchesterwerk schreiben durfte.

Ohne dass sie es jemals darauf angelegt hat, war Younghi Pagh-Paan, 1945 in Südkorea geboren, im Musikbetrieb eine Pionierin. Zugleich fragt sie sich damals: „Woher nehme ich – eine koreanische Frau – den Antrieb zu schöpferischer Tätigkeit?“ Vielleicht, weil bei ihr Humor, Seelenstärke, Spiritualität, Bescheidenheit und Kampfgeist eine ungewöhnliche Verbindung eingehen. Ihr Charakter ist polyphon wie ihr Name. Weil der Nachname Pagh in Korea so häufig vorkommt, hat sie den Zusatz „Paan“ angehängt. „Pa“ wie das koreanische Wort für das Musikalische und „An“ wie die „Planende“, zusammen also die Musikplanerin. Zusammen bedeuten die beiden Silben aber auch so viel wie „in lautes Gelächter ausbrechen“.



© HR 2, Neue Musik, 21.04.2022

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