Swing Easy! „Miklós Lukács, der Spitzenklöppler von Budapest“
Als kleiner Junge litt Miklós Lukács häufig unter Kopfschmerzen. Ob das Geigenspiel der Mutter dazu beitrug ist nicht überliefert, aber wenn der Vater auf seinem Cimbalom spielte, ging es Miklós schlagartig besser. Alsbald empfahl ein befreundeter Arzt der Familie, Miklós als Therapie Unterricht auf diesem typisch ungarischen Instrument zu ermöglichen.
Mit Karl Lippegaus
Das Kind erwies sich als immens talentiert und es wurde ihm ein Studium am „Béla Bartók Konservatorium“ und danach an der renommierten „Liszt Akademie“ in Budapest ermöglicht. Als der Zehnjährige einmal zufällig Oscar Peterson mit seinem Trio im Fernsehen erlebte, steckte sich Miklós mit dem Jazz-Virus an. Von da ab verlief seine Karriere zweigleisig – in der Klassik und als großes Talent auf der an Könnern reichen Jazzszene in Budapest.
Unlängst war er in der Band des großen amerikanischen Saxofonisten Charles Lloyd zu hören, mit dem er auf dessen CD „Wild Man Dance“ agiert. Aus Lloyds Band lud er danach den Bassisten Larry Grenadier und den Drummer Eric Harland zu dreitägigen Sessions in die BMC Concert Hall in Budapest ein. Das erstaunliche Resultat ist dokumentiert im Powerplay des neuen Albums „Cimbalom Unlimited“. Es ist die Platte geworden, die Kenner sich von Lukács seit Jahren erhofft hatten.
Karl Lippegaus traf den Musiker in Budapest und sprach mit ihm über sein Leben und seine Musik.
| Titel | Interpret |
|---|---|
| Balkan Winds | M. Lukács |
| Legényes /Grazing Yonder, Six Bay Horses | M. Dresch |
| Chase away the devil | Lakatos, Lukács |
| Dawn Song | M. Lukács |
| Sunrise in Chennai | M. Lukács |
| Wild Man Dance | C. Lloyd |
| Passion | Tony Murena |
| Somewhere… | M. Lukács |
© WDR 4, 1.3.2017, Karl Lippegaus