„Wir sind der Film“ Nils Wogram mit „Muse“
Eine Musik jenseits aller Grenzen hilft uns aus der häuslichen Isolation: Nils Wogram und seine grandiose Band Muse. Von Ulrich Stock.
Posaune, Saxofon, Bratsche, Harfe sind als Besetzung in Jazz, Pop und Klassik ohne Beispiel. Welch unerhörte Musik steht von so einem Ensemble zu erwarten? Oder auch zu befürchten? Exotik ist sich ja oft selbst genug. Zieht man das Effektvolle ab, bleibt dann wenig über.
Nicht so bei Muse, der Band des Jazzposaunisten Nils Wogram. Aus zwei Blasinstrumenten (einmal Blech, einmal Holz) und zwei Saiteninstrumenten (eines gestrichen, eines gezupft) amalgamiert er eine Klangwelt, die unter schwierigen äußeren Umständen zum Wohlfühlen einlädt. Melodisch, poetisch, harmonisch, ergreifend, aufs Fremdartigste vertraut. Und überdies: den Intellekt ansprechend. Mehr geht kaum.
© Zeit Online, Kultur, 20.3.2022