„Wunschloses Unglück“. Von Peter Handke. Es liest Bruno Ganz.

„Dass Peter Handke (geboren 1942) zu den großen Dichtern gehört, daran gibt es schon deshalb keinen Zweifel, weil er ‚Wunschloses Unglück‘ geschrieben hat, eines seiner innigsten und wahrhaftigsten Bücher“, urteilt Ulrich Greiner in „Die Zeit“.

Handkes unmittelbar nach dem Selbstmord seiner Mutter 1971 geschriebene Erzählung ist poetisch und präzise, empathisch und sachlich. Sie porträtiert nicht nur Handkes Mutter und mit ihr eine ganze Frauengeneration, sondern erzählt auch von Handkes Kindheit und Jugend und von seinem Verhältnis zu seiner Mutter. Peter Handke: „Die zwei Gefahren – einmal das bloße Nacherzählen, dann das schmerzlose Verschwinden einer Person in poetischen Sätzen – verlangsamen das Schreiben, weil ich fürchte, mit jedem Satz aus dem Gleichgewicht zu kommen. Das gilt ja für jede literarische Beschäftigung, besonders aber in diesem Fall, wo die Tatsachen so übermächtig sind, dass es kaum etwas zum Ausdenken gibt.“

„Wunschloses Unglück“ ist das bis heute meistgelesene Werk Handkes, 400.000 Exemplare wurden allein als Suhrkamp Taschenbuch verkauft. Der Titel „Wunschloses Unglück“ ist ein geflügeltes Wort geworden, „selten wunschlos und irgendwie glücklich, meistens wunschlos und ein bisschen unglücklich“, heißt es im Text. „Im Grunde stimmt der Titel nicht, wie viele meiner Titel“, sagt Handke. „Ich glaube nicht einmal, dass meine Mutter wunschlos war. Meine Mutter hatte bis zum Ende Wünsche. Sie hat sich immer noch einen anderen Mann gewünscht, einen, der ‚ein Kavalier‘ ist“.



© Ö1, Ex libris, 31.7.2022

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