Zum Tod von Jim Stewart „Wohltäter des Soul“ von Jakob Biazza
Der Musikproduzent Jim Stewart ist tot. Mit seinem Label „Stax“ prägte er den Funk und Soul wie kaum ein anderer.
Bevor es um die ganzen Namen geht, um Otis Redding, Isaac Hayes, Jean Knight, Wilson Picket, Sam & Dave, Rufus Thomas oder Wendy Rene, und um die Millionen von Singles und Alben, die sie verkauft haben, sollte es um den Klang gehen. Und um den genreprägenden Groove. Diesen immer ganz minimal verzogenen, irgendwie überwattigen und trotzdem irre präzisen Sound, den die Künstler des Labels Stax hatten.
Natürlich war der Sound Resultat der brillanten Musiker der Hausband. Er war auch Resultat des Raumes: des ehemaligen Capitol Theatre in Süd-Memphis – die Bühne zum Aufnahmeraum umgebaut, im abfallenden Zuschauerraum die Instrumentalisten. Aber der Sound war auch Resultat von zwei sehr klugen (womöglich auch latent wahnsinnigen) Business-Entscheidungen.
Süddeutsche Zeitung, Kultur, 6.12.2022