Medientipps

„Das Leben der Dinge“ Georg Seeßlen über die Doku „Die Ausstattung der Welt“

Requisiten spielen in jedem Film eine entscheidende Rolle, ohne sie wäre die Inszenierung verschiedener Epochen und Milieus nicht möglich. Die Dokumentation »Die Ausstattung der Welt« von Robert Bramkamp und Susanne Weirich zeigt die verborgenen Welten der Objekte. Es ist ein gefährdetes Reich, denn immer öfter ersetzt eine computergenerierte Ausstattung die Requisiten.

Ein Film besteht aus Räumen und Zeit sowie aus Subjekten, die sich darin bewegen. Also Menschen, Tiere, vielleicht auch denkende Maschinen. Aber ein Film besteht auch, und das wird gerne vernachlässigt, aus Dingen. Aus Sachen. Aus Objekten, die man allerdings schon mit dem Wort »Dekoration« oder »Dekors« oder, aus der Theatertradition, »Requisiten« in die zweite Reihe semiotischer Performance verweist. Eine Requisite ist, jenseits von Film und Theater, im allgemeinen Sprachgebrauch, ein »nützliches Zubehör«. Und in der darstellenden Kunst ist die »Ausstattung« in aller Regel paradigmatisch und nicht syntaktisch. Das heißt eben auch hier: das Zubehör, die Beglaubigung, das Milieu. Als ginge es nur darum, eine Zeit oder einen Raum »realistischer« oder geschmeidiger oder abwechslungsreicher zu machen.




© JungleWorld, 25.1.2024

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