Nachhören

„Ein abgekartetes Spiel von Landesverrat?“Die Spiegel-Affäre in Originaltönen. Von Martin Zeyn

Vor 75 Jahren erschien zum ersten Mal „Der Spiegel“. Vor 60 Jahren erlebte er seine schwerste Krise, die so genannte „Spiegel-Affäre“. Sie endete mit der Einstellung des Verfahrens.

Zweieinhalb Jahre lang hatte die Bundesregierung versucht, dem Hamburger Nachrichtenmagazin Geheimnisverrat nachzuweisen. „Wir haben einen Abgrund von Landesverrat im Lande. Denn, meine Damen und Herren, wenn von einem Blatt, das in einer Auflage von 500.000 Exemplaren erscheint, systematisch um Geld zu verdienen, Landesverrat getrieben wird.“ Mit diesen Worten denunzierte Bundeskanzler Konrad Adenauer in der Fragestunde des Bundestages Anfang November 1962 den „Spiegel“. Dabei war längst absehbar, dass Verteidigungsminister Franz Josef Strauß als Motor der Durchsuchungsaktion, wie es der Innenminister Hermann Höcherl herausrutschte, sich „etwas außerhalb der Legalität“ bewegt hatte.

Anhand von Tondokumenten jener Jahre wird klar, wie rasch sich der Widerstand gegen die Maßnahmen der Staatsanwalt formierte. Die Öffentlichkeit und das Parlament drängten beharrlich auf die Aufklärung der „Spiegel-Affäre“, vom deutschen Untertanengeist war plötzlich kaum noch etwas zu spüren. Martin Zeyn zeigt mithilfe von Radio- und Zeitdokumenten, wie damals der deutsche Obrigkeitsstaat abtrat.



(Visited 50 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.