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Warum Scham eine solche Macht hat „Makel Mensch“ Von Martin Zeyn

Ein Mensch ohne Scham ist ein Problem. Wir alle kennen sie, die feuchten Hände, die geröteten Wangen, die gebrochene Stimme. Gleichzeitig wissen wir von der Scham sehr wenig.

Die Ethnologen führen einen erbitterten Streit darüber, ob sie angeboren ist oder doch eine Ausprägung menschlicher Kultur. Aber vielleicht ist genau diese Unklarheit, diese Grauzone die Kraftquelle dieses extremen, oft toxischen Gefühls: Weil wir nicht wissen, wie und wann die Scham zuschlägt, deswegen kann sie uns hinterrücks übermannen. Und was, wenn wir die Scham unter ein Mikroskop legen, wenn wir sie aufs genaueste analysieren? Wird dann alles besser? Oder geraten wir dann nur noch tiefer ins Labyrinth, das die Scham um sich errichtet hat?



© Bayern 2, Nachtstudio. 24.8.2021

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