„Über Krankeit und Schuld“ Mein Krankheitsbild von Martin Zeyn

Krank ist nicht gleich krank. Wir unterscheiden in Kinderkrankheiten, in chronische oder tödliche. Und – zu oft, als dass es ein Zufall sein könnte – in verschuldete und unverschuldete. Was passiert da?

Wer gesund ist, macht alles richtig. Und was bedeutet das für die Kranken? Haben sie etwas falsch gemacht? Wieso wird – wie Susan Sontag schon festgestellt hat – die Kriegs-Metapher gebraucht, wenn es um den Kampf gegen eine Krankheit geht. Aber wer ist der Feind? Findet hier eine Trennung statt, zwischen den anderen und uns, zwischen den Gesunden und den Kranken?

Martin Zeyn hat eine Corona-Erkrankung durchgemacht. Er musste feststellen, wie über das Virus geredet wurde, ließ ihn nicht kalt. Er betrachtete seinen Körper übergenau – und verunsichert. Was verändert sich, wenn jemand, weil ansteckend, zu einer Bedrohung seiner Umgebung wird? Wie wirkt die tägliche Aufzählung der Corona-Toten in den Medien auf die Psyche? Macht die Art und Weise, wie wir über Krankheiten reden, alles noch schlimmer?




© Bayern2, Nachtstudio, 11.1.2022

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