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„Einen Feind schaffen“ Russlands Umschlag in den Faschismus

Hinter Russlands Krieg gegen die Ukraine steht ein totales Geschichtsprojekt. Der Angriff war als Blitzkrieg geplant, scheiterte aber, weil die Ukrainer nicht von Russland „befreit“ werden wollten, wie es die Propaganda seit Jahren suggeriert hatte.

Befreien wollte Putin die Ukrainer von „Nazis“, von einem Feind, den es de facto im Zweiten Weltkrieg gab, der heute aber geschaffen wird, um imperialistische Gebietsansprüche und Russlands vermeintliche Mission zu rechtfertigen. Zudem hoffte das russische Regime auf die Mobilisierungsenergien, die der Kampf gegen Nazis frei zu setzen vermag. Zur Ironie der Geschichte gehört es, dass Putin und seine Anhänger dabei selbst immer mehr in den Faschismus abdriften.
Treibende Kraft hinter allem irrationalen Handeln ist Putins religiös verbrämtes Geschichtsprojekt – ein brutaler Mix aus Mission, Fiktion, religiösem Überbau und aggressivem Großmachtstreben. In ihrem Radioessay zeichnet Christine Hamel Russlands Umschlag in den Faschismus nach.



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