Essay: Das Unheimliche kehrt zurück – Die Ängste unserer Zeit im Spiegel der Popkultur
Von Hanna von Sass (DLF). In einer Zeit, in der Katastrophen Schlag auf Schlag folgen und das Weltgeschehen immer bedrohlicher wirkt, erlebt das Unheimliche in Kunst und Popkultur eine auffällige Renaissance.
Während viele Menschen schlechte Nachrichten lieber meiden und sich in der Krise zurückziehen, widmen sich Film, Theater und Literatur zunehmend genau jenen düsteren Facetten unserer Gegenwart. Das Unbegreifliche unserer Zeit, die Ängste und Ohnmachtsgefühle gegenüber einer kaum zu kontrollierenden Gegenwart erscheinen im Spiegel der Popkultur.
Horror- und Mystery-Formate boomen, Serien wie „Stranger Things“ oder „The Last of Us“ prägen ein neues Erzählen von Angst, Bedrohung und Verunsicherung. Auch die Literatur und das Theater greifen das Motiv des Unheimlichen auf – mal grotesk, mal melancholisch, mal humorvoll gebrochen. Warum suchen wir in Zeiten der Polykrise ausgerechnet Geschichten, die uns das Fürchten lehren? Und welche Erkenntnisse lassen sich im kontrollierten Raum des Schreckens gewinnen?
Hannah von Sass ist Literaturwissenschaftlerin und arbeitet unter dem Namen Hannah Zufall als freie Autorin für Theater, Film und Kurzprosa. Nach der Promotion an der HU Berlin und Forschungsaufenthalten u.a. an der UC Berkeley sowie an der NYU New York forscht sie aktuell an der FU Berlin. Ihre Theatertexte werden u.a. am Thalia Theater Hamburg, dem Berliner Ensemble und dem Deutschen Theater Berlin aufgeführt.