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Essay: Schach – Wahnsinn mit Methode – Versuch über einen unfassbaren Sport

Ist Schach ein Spiel? Eine Wissenschaft? Oder vielleicht Kunst? Weder noch, sagt der österreichische Schriftsteller Thomas Glavinic: „Schach ist Schach. Es ist ein Organismus. Es ist das Einzige seiner Art.“

Ist das Schachspiel wirklich ein Spiel? Zum Spiel gehört der Zufall, doch im Schach ist alles kalkuliert; meine Züge sind berechnete Angriffe oder Reaktionen auf die Züge meines Gegenübers. Und vom Heiteren, ja Spielerischen ist Schach, je höher das Niveau liegt, ebenso meilenweit entfernt. Wiewohl die größten Schachgenies an sich und anderen stets eine schwer fassbare Intuition beobachten, ohne die es nicht zu gehen scheint. Eigentlich müsste Schach sich als Wissenschaft beschreiben lassen, nur übersteigt sie schnell jede Fähigkeit des Menschen: Schon nach drei Zügen sind unfassbar viele Zugkombinationen denkbar; selbst Computer können nicht alle möglichen Züge berechnen. Thomas Glavinic: Schach mute an wie von Außerirdischen beim interstellaren Picknick am Wegesrand hinterlassen.



© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 26.1.2023

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