„Mann in der Mitte“ Nachruf auf Curtis Fuller von Andrian Kreye
Der Jazz-Posaunist Curtis Fuller ist tot. Er wurde als ewiger Begleiter wahrgenommen – obwohl er die Geschichte des Modern Jazz prägte.
Am bekanntesten hat ihn die Platte eines anderen gemacht. Auf John Coltranes „Blue Train“ bildete er zusammen mit dem Trompeter Lee Morgan die rechte und die linke Flanke zu dem Mann, der als amtierender Genius bald schon den Modern Jazz überschatten sollte. Man hört es den drei an, mit welcher Lust am eigenen Stil sie da einander ergänzten. Coltrane drehte auf dem Tenorsaxofon seine rasenden Gedankenflüsse schon weit auf. Morgan setzte seine Akzente, die ihm ein paar Jahre später den überraschenden Weg, in die Pop Charts öffnen würden. Und Fuller erdete die beiden mit bluesgeschultem Groove-Gewicht.
© Süddeutsche Zeitung, Kultur, 11.5.2021
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