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R.I.P. Carl-Ludwig Reichert … Nachrufe …

Als Student kam Carl-Ludwig Reichert 1970 zum Bayerischen Rundfunk. Er speiste eigene Texte in die basisdemokratisch ausgerichtete Sendung Pop Sunday ein. Reicherts Publikationen reichen von Themen der Jugend- und Popkultur bis hin zu bayerischer Kultur- und Literaturgeschichte. Zusammen mit Michael Fruth schrieb er unter dem Gemeinschafts-Pseudonym Benno Höllteufel avantgardistische Mundartlyrik im Gefolge Artmanns und Jandls, erschienen in den Bänden warum nacha ned? und friss wos i sog. Mit diesem Material wurde auch eine Schallplatte aufgenommen. (Wiki)

„Mach’s guad, Calur“ Von Hannes Hintermeier

Wer zahlt den, der anschafft? Zum Tod des Musikers und Schriftstellers, Moderators und Privatgelehrten Carl-Ludwig Reichert.

Links zu sein, das verstand sich in Bayern in jenen Jahren von selbst, wenn man wie der am 17. Juni 1946 in Ingolstadt geborene Carl-Ludwig Reichert einen angeborenen Widerstandsgeist mitbrachte. Als Heranwachsender hatte er in Zürich den Blues entdeckt, Champion Jack Dupree beim Spielen zugehört – eine Lektion, die saß. Reichert studierte Altphilologie und Literaturwissenschaft, lebte in Kommunen wie dem Leitnerhof in Kreuzpullach, später nahe Pleiskirchen im Landkreis Altötting. Dem Staatsschutz waren diese Gruppen von Anarchisten verdächtig, und mit der CSU war nicht gut Kirschen essen.



© FAZ, Feuilleton, 7.9.2023


„Pfiat di, Carl-Ludwig“ Von Franz Kotteder

Der große bayerische Rock- und Bluesmusiker, Lyriker und Schriftsteller Carl-Ludwig Reichert ist tot.

„Pfiat di Mama, pfiat di Papa, i seil‘ mi ob, weil’s mia jetzt glangt“, rumpelte es 1982 aus dem Lautsprecher des orangefarbenen Plattenspielers mit dem schönen Namen Mr. Hit, „i hock‘ mi auf mein Feierstui und fahr‘ no a bissl umanand!“ Die schräge Rocknummer mit dem schönen Titel „Familienlem“ war das erste Lied auf der Schallplatte „Negamusi“ der legendären bayerischen Bluesrockband Sparifankal, und sie gehörte damals schon längst zu den Klassikern des Genres.



© Süddeutsche Zeitung, München, 6.7.2023

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