„Verpasster Frühling“ Leben und Sterben der Luise Straus-Ernst
Der Kunstwelt ist sie bekannt als erste Frau des Malers Max Ernst, als Muse der Dada- und Surrealisten. Doch sie war viel mehr.
Von Eva Weissweiler
Als stellvertretende Leiterin des Wallraff-Richartz-Museums kuratierte Luise Straus-Ernst eine Ausstellung über „Kriegsdarstellungen in der Grafik des 15. bis 18. Jahrhunderts“. Die Rekonstruktion der Ausstellung ist bis zum 10.09. in Köln zu sehen.
Luise Straus-Ernst war Kunsthistorikerin, Verfasserin von Kurzgeschichten, Reportagen, Romanen und Rundfunk-Autorin der ersten Stunde. Ihre Ehe mit Max Ernst hielt nur wenige Jahre. Ihn zog es hinaus nach Paris, während sie mit Sohn Jimmy in Köln blieb. Doch auch sie musste bald fort. Denn sie war Jüdin. 1933 emigrierte sie nach Frankreich. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges „verpasste“ sie die Chance eines zweiten Exils und versteckte sich in einem Hotel in der Provence, wo sie ihre Autobiographie,“Nomadengut“, schrieb. Im Frühling 1944 wurde sie deportiert. Sie starb mit 51 Jahren in Auschwitz. Eva Weissweiler ist ihren Spuren nachgegangen und hat ihre Texte neu entdeckt.
Ein Feature von Eva Weissweiler
Sprecher: Martina Gedeck, Katharina Schmalenberg, Michael Ewers, Mark Oliver Bögel und Robert Dölle
Regie: Claudia Johanna Leist
Redaktion: Dorothea Runge
Produktion: WDR 2014
Literatur zum Feature:
Eva Weissweiler: Notre Dame de Dada. Luise Straus – das dramatische Leben der ersten Frau von Max Ernst. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2016, 456 Seiten, 24,99 EUR
© WDR 3, 2.7.2017, Feature,