20 Jahre Staatsakt-Label: „Türen, Kerzen und flammende Herzen“
Das Berliner Indie-Label Staatsakt feiert mit einem Buch, einem neuen Album und einem Konzert sein zwanzigjähriges Bestehen. Eine Würdigung von Nadine Lange.
Die österreichische Band Ja, Panik hatte 2009 gerade ihr drittes Album aufgenommen und war auf der Suche nach einer Plattenfirma. Sänger Andreas Spechtl erinnert sich: „Indie-Labels und Major-Labels. Nix hat sich gut angefühlt, irgendwie hat es nie funktioniert. Eine Seite hatte immer keine Lust auf eine Zusammenarbeit. Wir waren schon ziemlich ratlos“. Da erzählte plötzlich ihr Booker von diesem neuen Label namens Staatsakt, das ein Typ aus einer Band namens Die Türen betreibe.
Spechtl war skeptisch, fand den Namen der Band und auch eines ihrer Konzerte, das er besuchte, nur so lala. Trotzdem traf man sich anschließend mit Sänger und Label-Macher Maurice Summen. „Ab da war alles klar. Überraschenderweise war man derart gleich gepolt (auch der Humor!!!) und gleich so angesteckt von seiner sprudelnden und überbordenden Art, dass es, glaub ich, wenige Tage gedauert hat, bis man sich entschieden hatte, die Platte bei Staatsakt zu veröffentlichen“, erzählt Spechtl in dem Buch „Was erscheint, ist gut, was gut ist, erscheint“ (Verbrecher Verlag), das Maurice Summen und Markus Göres zum zwanzigjährigen Jubiläum von Staatsakt herausgebracht haben.
© Tagesspiegel, Kultur, 26.10.2023