Er ist als Partner von Pianistin Aki Takase bekannt geworden, ebenso mit den Trios Das Kapital und Velvet Revolution. Aktuell…
Von Jean-Pierre Goffin. „Thérapie de Couple“ – manche werden sich noch an den Auftritt beim Gaume Jazz Festival 2014 erinnern. Ein Konzert voller Höhepunkte, das einerseits herausfordernd war, weil die Solisten so hoch hinaus wollten, andererseits aber auch urkomisch aufgrund der Unbeschwertheit, mit der der Bandleader, der Saxophonist Daniel Erdmann, das Ganze anging.
Man sieht es schon: Allein schon der filmreife Titel des ersten Stücks, „Fatal Attraction“, sagt viel über die Ironie aus, mit der der deutsche Komponist arbeitet. Die Streicher spielen eine wichtige Rolle im Heilungsprozess: von den ersten Tönen an und anschließend in „I Wanna Hold Your Hand, François“ (ah! Dieser Titel!), in dem Vincent Courtois während der Improvisation fast buchstäblich in die Luft fliegt, ruhig unterstützt vom Bass von Robert Lucaciu.
In der Mitte des Albums des Saxophonisten steht „Göttingen“, wunderschön interpretiert von der Klarinette von Hélène Duret: „O, möge die Zeit des Blutes und des Hasses niemals wiederkehren“, sagte Barbara; mögen alle Kriegstreiber diese sanfte Version hören.
Zupfende Streicher im Intro von „On the Road to Verdun“, woraufhin uns der chaotische Weg der Bögen auf die Straße von 14–18 entführt. Von Göttingen über Verdun führt der Weg nach Paris; „Eva in Paris“ spielt sich zwischen Streichern und Klarinette ab. Und dann rundet „Je ne parle pas Français“, ein Hit von Namika featuring Black M, dieses äußerst raffinierte französisch-deutsche Programm auf beschwingte Weise ab. Ein wahrer Genuss!
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