„Singen und Schmettern“ Neues Album von Maria Muldaur

Mit „Let’s get happy together“ spannt Folksängerin Maria Muldaur mit der Brassband Tuba Skinny ein Album zusammen. Dabei heraus kommt zeitgemäßer und vitalisierender Jazz. Von Andreas Schäfler.

Ein Jazz-Frühschoppen mit Musikveteranen, die durch Blech- und Holzblas­instrumente ein- und ausatmen oder an Banjo und Waschbrett hantieren, galt früher als Inbegriff von sonntäglicher Biederkeit. Es mussten dann schon Dr. John, Dirty Dozen und andere Brassbands oder auch der kalifornische Gitarrist Phil Alvin um die Ecke kommen, um mir die Arroganz vor Dixieland und Oldtimejazz allmählich auszutreiben.

Und heute? Zu einem Konzert der umtriebigen Blaskapelle Tuba Skinny aus New Orleans würde ich zu jeder Tages- und Nachtzeit pilgern. Mit ihrem neuen Album „Let’s Get Happy Together“ ist der Band ein Coup gelungen, sie haben sich mit US-Folksängerin Maria Mul­daur zusammengetan – halt, andersherum: Das Album läuft unter dem Namen der Sängerin!



Muldaur konnte nach eigenem Bekunden zunächst nicht glauben, dass hinter Tuba Skinny ein Haufen junger Leute steckt, so glaubwürdig und unakademisch interpretieren sie ihr Repertoire. Selbst im musikalischen Hochofen New Orleans hat das inzwischen Seltenheitswert. Ihre Interpretationen von Blues- und Ragtime-Standards, teils 100 Jahre alt und älter, kommen frisch wie am ersten Tag daher, klingen oft schmissig, aber auch mal tieftraurig und spätestens dann: zum Sterben schön.



© TAZ, Kultur, 2.12.2021


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