Jazztrail.net Musiktipp: Florian Arbenz feat. Bill Frisell and Greg Osby – Quiet Lights
Von Filipe Freitas. Der Schweizer Schlagzeuger und Komponist Florian Arbenz, bekannt für seine „Conversation“-Reihe, kehrt mit Quiet Lights zurück, auf dem sein langjähriger Mitstreiter Greg Osby am Saxophon zu hören ist sowie ein Neuzugang in seinem musikalischen Umfeld: der bemerkenswerte Bill Frisell an der Gitarre.
„Homenaje“ besticht durch ein tiefes Americana-Feeling und besticht durch perkussive Fingerfertigkeit, eine schlüssige Saxophon-Erzählung sowie eine Mischung aus bluesigen und folkigen Gitarrenklängen. Osby und Frisell gleiten in die musikalische Landschaft hinein und wieder heraus, bevor sie ihre Linien ab der zweiten Minute allmählich in einen engeren Dialog bringen. Das Trio wächst noch mehr zusammen, als Frisell sein Akkordspiel ausweitet und durch seinen unverwechselbaren Ton Schönheit ausstrahlt. Osby antwortet mit dichterer Phrasierung und einem selbstbewussten Anschlag, der die Spannung steigert, während das Trio schließlich in einen geschmeidigen, tanzartigen, von der Rumba inspirierten 12-Beat-Zyklus eintaucht.
„Rhumba“ unterstreicht ebenfalls Arbenz’ Affinität zu lateinamerikanischen Rhythmen und beschließt das Album mit einem perkussiven Pedaleffekt – der eine Basslinie nachahmt – sowie unerwarteten atmosphärischen Einlagen von Frisell, der die Klangwelt subtil mit Elektronik prägt.
Quiet Lights hat zwar keine durchschlagende Wirkung, entfaltet sich jedoch anmutig, ohne jemals seine Wirkung erzwingen zu müssen, und bietet ein charmantes und oft introspektives Hörerlebnis.
© Jazztrail.net, Alle Texte: Filipe Freitas, 4.6.2026