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Essay: Ich bin dann mal tanzen! oder wie wir uns der dystopischen Gegenwart stellen

Von Mariel McLaughlin (DLF). Klimakatastrophe, Kriege und Wiedererstarken autoritärer Ideologien – die Gegenwart trägt dystopische Züge. Und wir gehen shoppen, belegen Achtsamkeitsseminare oder schuften für die teure Miete. Können wir uns daran gewöhnen, in zwei Welten zu leben?

Die Nachrichtenlage ist derzeit von permanenten Katastrophen dominiert. Fast möchte man auf die Stopptaste drücken. Doch unser Alltag läuft weiter. Auch wenn das Benzin teurer wird und der Duschabfluss verstopft ist. Aber gerät dadurch nicht unser Weltverhältnis aus den Fugen?

Zwischen Eskapismus, Aktivismus und Optimismus entsteht ein Spannungsfeld unterschiedlicher Weltbewältigungsstrategien: Es reicht vom Feiern als möglicher Form politischer Verdrängung über trainierte Stress-Resilienz oder den statistisch begründeten Fortschrittsoptimismus der „New Optimists“ bis hin zum Aktivismus, der Hoffnung ins Handeln übersetzt, zugleich aber stets vom Risiko des Burn-outs begleitet ist. 

Mariel McLaughlin, geboren 1993, studierte Empirische Kulturwissenschaften, Philosophie und Theater-, Film- und Medienwissenschaft in München und Wien. Journalistisch war sie bisher für die Süddeutsche Zeitung und Neon tätig. Aktuell arbeitet sie im Sicherheitsdienst und schreibt an einem Drehbuch.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 25.5.2026

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