Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1. 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Chormusik…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst
„Le Grand Partage“ Von Éliane Radigue und Clarisse Cossais
Regie: Clarisse Cossais
Mit: Éliane Radigue und Charles Curtis
Ton: Herman Leppich SAVVY Contemporary / CTM / Deutschlandfunk Kultur 2019
Sie war die heimliche Heldin der elektronischen Musik: Éliane Radigue erlernte in den 1950er-Jahren bei Pierre Schaeffer und Pierre Henry die musique concrète. Ab 1968 begann sie, ihre eigenen Klangvorstellungen umzusetzen. Ein Porträt.
Mit lange anhaltenden, zart variierenden Tönen erzeugte Éliane Radigue schwebende, oft spirituelle Stimmungen. Über 30 Jahre lang arbeitete sie ausschließlich mit dem Arp-Synthesizer. Dann erst begann sie für akustische Instrumente zu schreiben – meist in intensiver Auseinandersetzung mit den aufführenden Musikerinnen und Musikern.
Éliane Radigue (1932 – 2026) war eine französische Komponistin und Wegbereiterin der elektronischen Musik. Für ihr Lebenswerk wurde sie mit dem Giga-Hertz-Preis ausgezeichnet.
Clarisse Cossais, 1969 in Marseille geboren, studierte Germanistik. Sie lebt in Berlin, ist für den Rundfunk tätig und arbeitet als Autorin, Regisseurin und Übersetzerin. Deutsch-Französischer Journalistenpreis 2009.
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Global
Moderation: Olga Hochweis
Iva Bittová hat gerade den Auftritt des Gastlandes Tschechien auf der Frankfurter Buchmesse musikalisch eröffnet. Ihre Musik eröffnet auch die Tonart Global. In der ersten Stunde mit aktuellen tschechischen Titeln rund um die Literatur – darunter die soeben erschienene jüngste Single der Kafka-Band und das nagelneue Album von Jana Vébrová mit Lyrik-Vertonungen. Weiteres Highlight: ein Konzertmitschnitt der slowakischen Sängerin Júlia Kozaková mit ihrem virtuosen Roma-Ensemble.
14:05 Uhr Ö1 In Concert
Das Amina Claudine Myers Trio 2008 beim Salzburger Jazzherbst
In der Nacht von 6. auf 7. November 2008 verwandelte die Pianistin, Organistin, Komponistin, Sängerin und freie Improvisatorin Amina Claudine Myers die Stiegl-Brauwelt in einen spirituellen Kraftort. Ihre Night-Session beim 13. Salzburger Jazzherbst verband Black Gospel, Soul und Blues mit der Ästhetik der Avantgarde. Es war ein künstlerisches Glaubensbekenntnis, das sie mit ihrem Trio RaDu (Oluwu ben Judah) Williams (E-Bass) und Reggie Nicholson (Schlagzeug) auf die Bühne brachte. Im Mittelpunkt des Abends standen dabei Stücke ihrer Alben aus den 1980er Jahren: Von „Salutes Bessie Smith“, „Jumping in the Sugar Bowl“ bis zu „Amina“ und „In Touch“. Amina Claudine Myers verlautbarte dazu im Programmhefttext: „Blues und Gospel prägen all meine Musik. Ich spüre aber den afrikanischen Impuls in allem, was aus mir herauskommt.“
Myers besticht mit ihrer musikalischen Vielseitigkeit, diese reicht von traditionellen Einflüssen wie Spiritual, Black Gospel, Jazz bis hin zu „extended forms“. Den Begriff – einen offenen, Grenzen überschreitenden Ansatz für Komposition und Improvisation – hat sie von Pianist Muhal Richard Abrams übernommen, ihrem „Spiritual brother“ (wie sie in einem Interview mit der „New York Times“ verkündete) aus der Zeit bei der AACM (Association for the Advancement of Creative Musicians) in Chicago, der sie 1966 beitrat. Amina Claudine Myers zählte damit zu den wichtigen Mitgliedern der ersten Welle dieses 1965 gegründeten afroamerikanischen Kollektivs, das die Voraussetzungen für experimentelles Musikmachen neu definierte, indem es Komposition und Improvisation auf einzigartige Weise miteinander verband.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
Scharf gewürzt – El Flecha Negra & mehr Musik grenzenlos
Auf Mucho Picante Caliente rühren El Flecha Negra wieder kräftig im lateinamerikanischen Klangtopf: Cumbia, Salsa und Guajira treffen auf Reggae, Ska und Hip-Hop.
19:05 Uhr Ö1 Konzert
Maria Kalesnikava beim ORF Musikprotokoll
ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigentin: Lin Liao; Maria Kalesnikava, Flöte; Viktoriia Vitrenko, Sopran.
Mirela Ivicevic: Red Thread Mermaid (ÖEA)
Alessandro Baticci: Genesis of an Icon (UA)
Liavon Schwir: Doppelkonzert für Flöte und Sopran (UA)
(Übertragung aus der Helmut List Halle in Graz)
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
Von der Frankfurter Buchmesse: Gastland Tschechien „Wo die Toten sprechen“
Jaroslav Rudiš über seinen neuen Roman
Gespräch mit Stephanie von Oppen
Drei Freunde haben ein Ziel: die Friedhöfe Mitteleuropas. Jeder beschäftigt sich gerade auf seine Weise mit der Endlichkeit des Lebens. Als sie auf einem Berliner Friedhof plündernden Reichsbürgern zuvorkommen und die Knochen eines NS-Verbrechers entwenden, beginnt eine absurde Verfolgungsjagd entlang der Grenzen der europäischen Mitte. Über 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und bald 40 Jahre nach dem Fall des sogenannten Eisernen Vorhangs hat Jaroslav Rudiš ein Roadmovie geschrieben, das sich einmal mehr der bewegten Geschichte Mitteleuropas auf parabelhafte und humorvolle Weise nähert.
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert
„Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ Festspielscheune, Ulrichshusen
Rebecca Clarke: Sonate für Viola und Klavier
György Kurtág: Hommage à Robert Schumann für Klarinette, Viola und Klavier op. 15d
Johannes Brahms: Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111
Matthias Schorn, Klarinette
Nils Mönkemeyer, Viola
William Youn, Klavier
Armida Quartett
Aufzeichnung vom 23.08.2026
20:03 Uhr ARD Radio Kulturnacht der Bücher
Frankfurter Buchmesse 2026
Moderation: Caroline Mundt und Christoph Schröder
Musik: Tom Schlüter Quartett
(Liveübertragung aus dem Großen Sendesaal im HR)
20:03 Uhr BR Klassik – Konzert der musica viva
Live aus dem Herkulessaal der Münchner Residenz
Leitung: Matthias Pintscher
Solist: Verneri Pohjola, Trompete
Darius Milhaud: „La création du monde“, Ouvertüre
Lisa Streich: „Morgen & Abend“
Francesco Filidei: „Le acque sopra e le acque sotto“
Chen Yi: „Water Messenger“
Hannah Kendall: „The Need / to be Shattered & Rebuilt“
Mikel Urquiza: „Urvogel“
Saad Haddad: „Shabah“
Mark Andre: „Im Enthüllen“
Kaija Saariaho: „Hush“, Trompetenkonzert
Jón Leifs: „Geysir“
Licht als irisierende Mikrostruktur, Materie als geräuschhafte Textur, Leben als rhythmische Verdichtung, Transzendenz als verschwindender Klang: Das erste Kapitel der biblischen Genesis wurde zum Anlass der Kansas City Symphony, des Cincinnati Symphony Orchestra und in Zusammenarbeit mit der musica viva des Bayerischen Rundfunks, sieben kompakte Werke bei sieben Komponist*innen in Auftrag zu geben: bei Lisa Streich (Schweden), Francesco Filidei (Italien), Chen Yi (China/USA), Hannah Kendall (England), Mikel Urquiza (Spanien), Saad Haddad (USA) und Mark Andre (Deutschland). Nachdem mit dem Vorspiel aus der Ballettmusik „La création du monde’“ von Darius Milhaud das Thema auch musikalisch gesetzt ist, folgen die neuen Kompositionen der Genesis-Erzählung.
Der zweite Teil des Konzertes mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gehört dem Trompetenkonzert „Hush“ (Schweigen), dem letzten vollendeten Werk von Kaija Saariaho, das für den Jazz-Trompeter Verneri Pohjola und seine Art, Trompete zu spielen, entstanden ist. Eine existenzielle Musik zwischen Klang und Stille, mit der die 2023 an schwerer Krankheit verstorbene finnische Komponistin eine ergreifende Meditation über die Vergänglichkeit kreierte, deren Uraufführung aber sie selbst nicht mehr erleben konnte.
Das Finale des Konzertabends widmet sich einem Naturphänomen: den heißen Geysir-Fontänen Islands, die Jón Leifs, der klangmächtige Komponistensohn der größten Vulkaninsel der Erde, in den Formen und Energien der Musik noch einmal erschuf und die es in den Konzertsälen des europäischen Kontinents, bald 75 Jahre nach ihrer Entstehung, erst noch zu entdecken gilt.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
Long Covid – und jetzt?! Episode 1 und 2
Von Sebastian Meissner Deutschlandfunk 2025
Sebastian lebt mit ME/CFS – einer Krankheit, die viele als Long Covid kennen und gegen die bislang kaum etwas hilft.
21:05 Uhr Deutschlandfunk On Stage
Sean Athens Band (D) Aufnahme vom 28.5.2026 beim Bluesfestival Eutin
Am Mikrofon: Tim Schauen
Lange (und weiterhin) als Sideman aktiv, nun führt Sean Athens seine eigene Band durch Blues und Rock.
Debüt mit 14 Jahren, Gewinn der German Blues Challenge mit der Formation Beatbox’n’Blues, 2017 die Reise in die USA: Sean Athens, 1993 in Iserlohn geboren und in Letmathe zwischen Ruhrgebiet und Sauerland zuhause, ist lange im Geschäft. Als Gitarrist hat er u.a. mit Thomas Blug und anderen Kollegen gespielt, zuletzt gehörte er zur Tourband von Legende Mitch Ryder, demnächst zum Tross um Vanya Sky. 2024 allerdings erschien mit „Time“ das Debüt der Sean Athens Band, 2025 gewann das Quartett die German Blues Challenge – es läuft bei diesem ebenso sympathischen wie versierten Musiker. Das Konzert auf dem Eutiner Marktplatz zeige, wie Athens als Künstler gereift und bei sich selbst angekommen ist. Formatfüllender, überzeugender Auftritt!
22:03 Uhr WDR 3 Jazz
Kind Of Grunge & Jazz. Mit Manuela Krause
Als Gegenbewegung zum glamourösen Pop der 1980er Jahre entstand in Seattle eine Mischung aus Punk, Hardrock & Garage. Mit verzerrten Gitarren, rohen Klängen und melancholischen oder wütenden Texten.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Spielraum
Soul City – Neues aus der Black Music-Szene
Am Mikrofon: Jan Tengeler
22:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Musikfeuilleton
„Im Schatten der Burg“ 50 Jahre Bardentreffen in Nürnberg. Von Arndt Peltner
Seit nunmehr 50 Jahren findet alljährlich in der Nürnberger Innenstadt am Beginn der bayerischen Schulferien eines der bedeutendsten (Welt-)Musikfestivals Deutschlands statt. Kostenlos für die Zuschauer wird auf zahlreichen Bühnen die regionale, nationale und internationale Musikszene genauso gefeiert wie Offenheit und Vielfalt. Angefangen hat alles 1976 als Liedermacher-Wettbewerb zum 400. Todestag des Nürnberger Schusters und Poeten Hans Sachs, der als Bühnenfigur in Richard Wagners „Meistersinger“-Oper bis heute fortlebt. Über die Jahrzehnte wandelte sich der Sound von den deutschsprachigen Barden/Liedermachern zum weltoffenen Festival. Auch in diesem Jahr kamen wieder mehr als 200.000 Menschen zusammen, um den klassischen und modernen Barden zu lauschen.
23:03 Uhr Ö1 Zeit-Ton extended
Wärmende Orgelklänge bei Unsafe and Sounds
Konzerte von Chloé Ryo, Hampus Lindwall, Claire M. Singer und Christian Fennesz im RadioKulturhaus
Teil 2 eines Abends im ORF RadioKulturhaus im Rahmen des Elektronik- und Klangkunst-Festivals Unsafe and Sounds mit der Posaunistin Chloé Ryo und dem Organisten Hampus Lindwall.
Im „Zeit-Ton extended“ sind beide Konzerte zu hören und anschließend in fast voller Länge die beiden Solo-Sets von Christian Fennesz und Claire M. Singer, die ebenfalls bei „Orgel im Fokus“ auftraten.
Am 10. September 2026 fand im ORF RadioKulturhaus ein ereignisreicher Konzertabend statt. In Kooperation von Unsafe and Sounds und der RadioKulturhaus-Reihe „Orgel im Fokus“ präsentierten der Wiener Elektronikmusiker Christian Fennesz und die schottische Organistin Claire M. Singer ihre Duo-Premiere.
Ebenfalls auf der Schuke-Orgel des Großen Sendesaals spielte davor der schwedische Organist Hampus Lindwall, seit 2005 Titular-Organist an der Kirche Saint-Esprit in Paris. Lindwall beschäftigt sich zudem mit Improvisationsansätzen, für die er elektronische Effekte verwendet. Er arbeitete u.a. mit Stephen O’Melley von der Heavy-Metal-Band SunnO))), mit dem Drone-Komponisten Phill Niblock und dem Noise-Künstler John Duncan. Lindwall macht aus der Orgel einen Resonanzraum, in dem alte und aktuelle Sounds aufeinanderprallen.
Eröffnet wurde der Abend von der französischen Musikerin Chloé Ryo. Seit 2025 lebt sie in Wien, wo sie an der MUK ein Master-Studium für Posaune absolviert. So war sie u.a. an Aufführungen des Black Page Orchestra beteiligt und davor, als sie in Graz studierte, im dortigen Zeitfluss Ensemble und am Elektronik-Festival Elevate. Ähnlich wie Hampus Lindwall ist Chloé Ryo darauf spezialisiert, ihr Instrument mit elektronischen Mitteln zu erweitern.
In der zweiten Stunde des „Zeit-Ton extended“ sind die Solo-Konzerte von Christian Fennesz und von Claire M. Singer zu hören.
Während im „Zeit-Ton“ am Sonntag, dem 13. September, ihre gemeinsame Arbeit im Fokus stand und ihre Solo-Auftritte nur ausschnitthaft präsentiert werden konnten, sind sie hier nun in praktisch voller Länge zu erleben.
23:03 Uhr BR Klassik Jazzkonzert
Das Katharina Pfeifer Project in concert
Mit Katharina Pfeifer (Tenorsaxofon), Nicole Klimas (Klavier), Susi Lotter (Kontrabass), Korbinian Bauer (Schlagzeug)
und Special Guest Terri Lyne Carrington (Schlagzeug)
Aufnahme vom 8. Juli 2026 im Bergson Kunstkraftwerk, München
Die US-amerikanische Schlagzeugerin, Komponistin und Produzentin Terri Lyne Carrington ist ein herausragender Star der internationalen Jazzszene und seit diesem Jahr auch in einer Spitzenprofessur an der Hochschule für Musik und Theater in München, kurz: HMTM, tätig. Dort wird sie bis 2028 projektbezogen Studierende des Jazzinstituts unterrichten und dabei auch ein besonderes Augenmerk auf das Voranbringen eines geschlechtergerechten Miteinanders im Jazz legen. Die Erfahrung dafür bringt sie vom Berklee College of Music in Boston mit, wo sie zusammen mit der Pianistin Kris Davis seit 2015 das „Institute of Jazz and Gender Justice“ leitet. Ihre eigene Laufbahn bezeichnet Terri Lyne Carrington als Ausnahme von der Regel, denn ihr Talent wurde von ihrem Vater und Großvater, die beide Jazzmusiker waren, proaktiv unterstützt. Schon mit zehn Jahren trat sie das erste Mal als Gast von Trompeter Clark Terry auf und spielte von Jugend an mit Stars wie Stan Getz, James Moody und Wayne Shorter. Aus der vielgebuchten Mitspielerin wurde bald die Bandleaderin und Produzentin Terri Lyne Carrington. Sechzehn eigene Alben hat sie herausgebracht, auf denen sie in den letzten Jahren vordringlich gesellschaftskritische Themen behandelt. Vier davon wurden mit einem Grammy ausgezeichnet. Fünfzig Jahre Bühnenerfahrung und eine, auf Hochtouren laufende eigene Karriere: die besten Voraussetzungen, um ihren Studierenden in München entscheidendes Wissen für ihren beruflichen Lebensweg an die Hand zu geben. Die Tenorsaxofonistin Katharina Pfeifer ist eine von ihnen und hat 2025 schon als Preisträgerin des Kurt Maas Awards aufhorchen lassen. Ihren großen Ton setzt sie ungeheuer facettenreich ein – vom feinsten, berührenden Pianissimo mit leuchtenden Obertönen bis zum expressiven Powerplay. So wird er zur packenden, sonoren Erzählstimme beim Ausgestalten von Melodien und Improvisationen. Mit ihrer Projektband wird Katharina Pfeifer Stücke von Jazzkomponistinnen interpretieren. Sie stammen aus der Sammlung „New Standards: 101 Lead Sheets by Women Composers“ von Terri Lyne Carrington, die als special guest zugegen sein wird.