Radiotipps

Radiotipps für den 15.8.2026

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.

00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht

„Der Erfinder Brasiliens“ Eine Lange Nacht über den Architekten Oscar Niemeyer
Von Tom Noga Regie: der Autor

Oscar Niemeyer entwarf nicht nur Häuser, Museen oder Kathedralen. Er entwarf eine Vision der Zukunft. Die Lange Nacht erzählt vom Weg eines jungen Architekten aus Rio de Janeiro, der mit seinen geschwungenen Linien die moderne Architektur revolutionierte und zum Schöpfer Brasílias wurde – jener futuristischen Hauptstadt, die mitten im brasilianischen Niemandsland entstehen sollte. Doch die Geschichte Oscar Niemeyers ist mehr als die Geschichte spektakulärer Gebäude. Sie führt hinein in das Brasilien des 20. Jahrhunderts: in eine Zeit des Aufbruchs, der politischen Utopien und gesellschaftlichen Gegensätze. Niemeyer glaubte an Fortschritt, an soziale Gerechtigkeit und an die Kraft der Kunst. Seine Architektur sollte offen, leicht und demokratisch sein – selbst dann, wenn sie aus tonnenschwerem Beton bestand. Die Lange Nacht folgt Niemeyer von den Stränden Rios über die Baustellen Brasílias bis ins Exil nach Europa. Weggefährten, Historiker und Architekten erzählen von einem Jahrhundertkünstler, der mit seinen Bauten Weltruhm erlangte und zugleich immer umstritten blieb. Zwischen Euphorie und Größenwahn bewegte sich sein gestalterisches Wollen, zwischen gesellschaftlichem Aufbruch und Militärdiktatur seine politische Wirklichkeit. Er war überzeugt, dass eine bessere Welt gebaut werden kann. Eine Reise durch Architektur und Politik, durch Beton und Poesie – und durch die Erfindung eines modernen Brasiliens.


05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven

„Can – Die Geschichte einer Gruppe“ Teil 2: Die Magier
Von Gabriele Meierding RIAS Berlin 1986

Vorgestellt von Ralf Bei der Kellen
Teil 3 am 22.08.2026
Zur Zeit ihrer Existenz 1968 bis 1978 war die Kölner Band Can ein klassisches Beispiel für den Propheten, der im eigenen Land nichts gilt. Als Can 2003 den Echo für ihr Lebenswerk bekamen und die Red Hot Chili Peppers darauf bestanden, ihn zu überreichen, dämmerte es auch dem Letzten, dass Can zu den wichtigsten Bands der Rockgeschichte gehören. 1986, kurz vor Beginn der Aufnahmen ihres Reunion-Albums, führte Gabriele Meierding ausführliche Interviews mit allen Mitgliedern der Gruppe. Diese verwob sie für den RIAS zu einer achtteiligen Serie, in der die Musiker die Geschichte ihrer gemeinsamen und individuellen Reise erzählen.


14:00 Uhr HR 2 Archivschätze

Die Sonne von Tharros – Alfred Andersch auf Sardinien
Der Schriftsteller Alfred Andersch war ein aufmerksamer Reisender. Er berichtete vom Nordpol bis Mexiko, von Großbritannien, Irland und Skandinavien, aber auch aus Südeuropa: Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Sardinien.


17:10 Uhr Ö1 Spielräume Spezial

Zum 70. Todestag von Bertolt Brecht: Bert Brecht – Die Kunst, die Welt zu verändern (I)
Auch 70 Jahre nach seinem Tod bleibt Bertolt Brecht einer der prägendsten Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Geboren am 10. Feber 1898 in Augsburg, ist der Theaterrevolutionär bekannt für seine Klassiker „Die Dreigroschenoper“, „Mutter Courage und ihre Kinder“ sowie „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“. Mit seinen kongenialen Weggefährten Kurt Weill, Hanns Eisler und später auch Paul Dessau entstanden unzählige Hits wie „Mackie Messer“ („Mack the Knife“), „Alabama Song“ oder „Seeräuber-Jenny“.
Die Texte Brechts haben bis heute nichts von ihrer gesellschaftlichen Relevanz verloren und prägen weiterhin die Musik der Gegenwart. Künstler:innen wie David Bowie, The Doors, Nick Cave oder PJ Harvey haben Brechts Werke aufgegriffen und neu interpretiert.
Die zweiteilige Spielräume Spezial-Sendung begibt sich anlässlich seines 70. Todestags am 14. August 2026 auf die Spur von Bertolt Brecht, dessen Einfluss weit über die Literatur hinausstrahlt.


18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature

„Der Klang der Vielfalt“ Ein Transchor findet seine Stimmen
Von Nele Dehnenkamp und Timo Stukenberg
Regie: Nele Dehnenkamp
Ton und Technik: Matthias Fischenich und Noah von Kügelgen
WDR / Deutschlandfunk 2026
Im Berliner Transemble finden Trans-Menschen einen geschützten Raum, um ihre Stimme neu zu entdecken. Die Doku begleitet Chorleiter Marius Bernard und erzählt von Empowerment, Identität, Vielfalt und der Suche nach der eigenen Stimme.


18:15 Uhr Ö1 Musik aus dem RadioKulturhaus.

Faulhammer/Aufmesser/Kammerer „Ascension“
Tobias Faulhammer, Gitarre; Gregor Aufmessser, Kontrabass; Jakob Kammerer, Schlagzeug (Aufgenommen am 13. März im RadioCafe)

Im Jahr 2024 gingen sie als Tres Caballeros mit ihrem ersten Album an die Öffentlichkeit und immer noch werden sie unter diesem Namen gebucht, auch wenn sie inzwischen schlicht und ergreifend Faulhammer/Aufmesser/Kammerer heißen.
Der Bandleader Tobias Faulhammer sagt: Am liebsten würde ich einfach Jazz-Standards schreiben können – das sind mitunter die größten Kompositionen, weil es einfach Songs sind.
Eine so schlichte Maxime zu haben, räumt den Weg frei zur Musik – die drei Gentlemen bieten unaufgeregt wie selbstbewusst, neugierig, experimentierfreudig und ohne viel Aufhebens tolle Kompositionen (von Tobias Faulhammer), die in der langen Tradition des klassischen Jazztrios stehen und doch ganz autonom sind.
Das aktuelle Album „Ascension“ ist ein sehr überzeugendes Rauchzeichen aus den edlen Gefilden der Königsklasse des Jazz, Tobias Faulhammer (Gitarre), Gregor Aufmesser (Kontrabass) und Jakob Kammerer (Schlagzeug) haben das bei ihrem Konzert am 13. März dieses Jahres leichtfüßig und staunend vor dem ebenso staunenden Publikum im ausverkauften Radiocafè des ORF RadioKulturHauses aufsteigen lassen.


18:20 Uhr SWR Kultur Jazz

Gewundenes Blech – Das Horn im Jazz. Von Nina Polaschegg
„Horn“ – da denkt man an Jagdhorn, Naturhorn, an Anton Bruckner oder György Ligeti, aber an Jazz? Aber doch, es gibt sie, Hornistinnen und Hornisten, die improvisieren und mit ihrem Instrument experimentieren. Als „Vater des Jazzhorns“ gilt Julius Watkins, der in den 1940er-Jahren das Instrument in den Jazz einführte. Nahm es in frühen Jazzorchestern eher eine unterstützende Funktion ein, wurde das Horn später immer mehr zum gleichwertigen (Solo-) Instrument. Musiker wie Gunter Schuller oder Arkady Shilkloper oder Sharon Freeman sind einige, die uns in der heutigen Sendung begegnen werden.


19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots – Blue Notes in vielen Farben

Jimmie Vaughan zum 75. Geburtstag | Debut auf eigenem Label: One Mississippi – neues Album von Eric Bibb | Große Verbeugung vor dem größten Bluesmann – B.B. King’s Blues Summit 100


19:05 – 23:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Konzert

Musikfest Bremen „Eine große Nachtmusik“
Live aus dem Konzerthaus „Die Glocke“, dem Bremer Rathaus sowie der evangelischen Kirche „Unser Lieben Frau“
Werke von Claude Debussy, Fazil Say, Claudio Monteverdi, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert


19:05 Uhr BAYERN 2 Zündfunk Playback

25 Jahre Gorillaz – Das Gästezimmer des Pop
Wiederholung vom 21. März 2026

2001 kam es raus: das erste Album der Gorillaz. Die zunächst virtuelle Band von Damon Albarn – er war zuvor Sänger der Brit-Pop-Legende Blur – und Illustrator Jamie Hewlett. Bekannt als Zeichner des Comics „Tank Girl“. Er zeichnete die vier Figuren der Comic-Band: 2D (Gesang, Keyboard / Damon Albarn), Murdoc Niccals (Bass), Noodle (Gitarre / Gesang) und Russel Hobbs (Perc / Drums). Längst gelten die Gorillaz als „erfolgreichste virtuelle Band“. Wir lassen die Geschichte des Londoner Projekts Revue passieren und hören wichtige Gorillaz-Songs aus dem letzten Vierteljahrhundert. Wie das dubbige „Clint Eastwood“ vom Debüt, das ihre Liebe zum jamaikanischen Reggae zeigt. Oder ihr Streaming-Hit „Feel Good Inc.“ – er hat über zwei Milliarden Plays – als Gäste: De La Soul. HipHop-Stars am Mikro – wie so oft. Wenn die Gorillaz rufen, sagen die meiste angefragten Artists gern zu, zum Einsingen ins Studio zu kommen bzw in eines zu gehen. Im Interview zählt Albarn aber auch Absagen auf: Morrissey und Sade hatten keine Lust auf die Feature-Könige Gorillaz. Ansonsten gilt jedoch: bei ihnen trifft sich die globale Musik-Elite. Sie sind sozusagen die Voll-Versammlung des Pop. Und Damon Albarn ist der neue David Byrne (Talking Heads): je älter er wird, desto weiter wächst sein Musikgeschmack, desto globaler sein Netzwerk.


20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel

dear algo, let me feed an apple to a horse
Von Paulina Czienskowski und Julia Friese

Regie: die Autorinnen
Mit: Lisa Hrdina, Julia Riedler und Romina Küper
Besetzung: Jutta Kommnick
Komposition: Antonia Rug
Ton: Jean Szymczak Regieassistenz: Tatjana Petschl
Dramaturgie: Christine Grimm Deutschlandfunk 2026 (Ursendung)
Wenn alles zum Abo wird, verschwimmen die Konturen. Blaues Smartphone-Licht. Alltäglicher Kontrollverlust. Zwei Frauen, verbunden nur durch Sprachnachrichten, suchen nach Halt in einer diffusen Welt.


22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal: Ensemblemusik von Dariya Maminova
Aufnahmen mit Musikfabrik, Ensemble BRuCH, Cologne Guitar Quartet

Am Mikrofon: Sophie Emilie Beha
Maminova arbeitet mit schillernden Klangfarben – ihre Musik scheint zu atmen, zu flimmern und immer neue Hörräume zu öffnen.
Zärtlichkeit, Fragilität und leuchtende Klangminiaturen – all das bieten die Kompositionen von Dariya Maminova. Geboren 1988 in St. Petersburg, hat sie in Detmold und Köln bei Fabien Lévy, Johannes Schöllhorn und Brigitta Muntendorf studiert. Die junge Urheberin versteht sich dementsprechend auch als Performerin, Sängerin und bildende Künstlerin. Ihre Werke changieren zwischen neuer Musik, Pop, Improvisation und Elektroakustik. So jedenfalls vermittelt es sich bei den Aufnahmen, die Anfang 2025 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal für eine Porträt-CD im Rahmen der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats entstanden.


23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht

„Der Erfinder Brasiliens“ Eine Lange Nacht über den Architekten Oscar Niemeyer
Von Tom Noga Regie: der Autor

Oscar Niemeyer entwarf nicht nur Häuser, Museen oder Kathedralen. Er entwarf eine Vision der Zukunft. Die Lange Nacht erzählt vom Weg eines jungen Architekten aus Rio de Janeiro, der mit seinen geschwungenen Linien die moderne Architektur revolutionierte und zum Schöpfer Brasílias wurde – jener futuristischen Hauptstadt, die mitten im brasilianischen Niemandsland entstehen sollte. Doch die Geschichte Oscar Niemeyers ist mehr als die Geschichte spektakulärer Gebäude. Sie führt hinein in das Brasilien des 20. Jahrhunderts: in eine Zeit des Aufbruchs, der politischen Utopien und gesellschaftlichen Gegensätze. Niemeyer glaubte an Fortschritt, an soziale Gerechtigkeit und an die Kraft der Kunst. Seine Architektur sollte offen, leicht und demokratisch sein – selbst dann, wenn sie aus tonnenschwerem Beton bestand. Die Lange Nacht folgt Niemeyer von den Stränden Rios über die Baustellen Brasílias bis ins Exil nach Europa. Weggefährten, Historiker und Architekten erzählen von einem Jahrhundertkünstler, der mit seinen Bauten Weltruhm erlangte und zugleich immer umstritten blieb. Zwischen Euphorie und Größenwahn bewegte sich sein gestalterisches Wollen, zwischen gesellschaftlichem Aufbruch und Militärdiktatur seine politische Wirklichkeit. Er war überzeugt, dass eine bessere Welt gebaut werden kann. Eine Reise durch Architektur und Politik, durch Beton und Poesie – und durch die Erfindung eines modernen Brasiliens.


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