Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1. 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Chormusik…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
Künstlerische Architektur, inspiriert von Natur und Christentum
Die Lange Nacht über Antoni Gaudí. Von Étienne Roeder
Regie: der Autor
Mit seinen Gebäuden wollte Antoni Gaudí Kunstwerke schaffen – mit der Kathedrale in Barcelona ist es ihm gelungen.
Als ihn am 7. Juni 1926 eine Straßenbahn zu Boden stößt, will kein Taxifahrer den zerlumpten Alten mitnehmen. Er stirbt im Hospital der Armen. Erst dort erkennt man: Es ist Antoni Gaudí, der Architekt der einzigartigen Kathedrale in Barcelona, der „Sagrada Família“. Hundert Jahre später, am 10. Juni 2026, weiht ein Papst den Christusturm seiner von Nachfahren vollendeten Kirche. Das Kreuz auf der Spitze leuchtet seither jede Nacht über das Mittelmeer wie ein Leuchtturm. Davor liegt ein Leben, das Höhen und Tiefen kennt: die Kupferschmiede seines Vaters, in der er als rheumakrankes Kind lernt, wie aus flachem Blech runde Welten werden können; einen Verlobungsring am Finger der einzigen Frau, die er je wollte; Häuser wie Drachenrücken, Fassaden wie Kleckerburgen und ein Park voller verschlüsselter Botschaften; Rückschläge und eine Fastenkrise – und ein Priester, der dem Verhungernden eine Mission gibt: „Dein Werk soll Nahrung sein“. Dann Dynamit in den Fundamenten, zerschlagene Gipsmodelle, von treuen Händen vergraben. Und eine Nachwelt, die aus den Scherben weiterbaut, mit Computern, deren Logik Gaudí vorausgedacht hat. Die Lange Nacht reist in seine Kindheit, steigt auf die Dächer seiner von manchen als „grässliche Knollen“ verunglimpften Häuser und hinab in die Krypten seiner schönsten Kirchen. Sie sucht das Gespräch mit dem Chefarchitekten, der die „Sagrada Familia“ vollendet hat, mit Theologen und einem Priester-Detektiv, mit einem deutschen Mosaikkünstler, einer Hospizgründerin aus Anatolien und einem alten Mann am Absperrgitter, der als Kind an der Ampel Almosen für diese Kirche sammelte. Eine Lange Nacht über einen Mann, der wie ein Bettler starb und der Welt Gebäude hinterließ, die wie die Bibel zu einer immer neuen Lektüre einladen.
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
„Glücksspiel als Passion“ Wer spielt, ist des Teufels
Von Peter Dittmar Deutschlandfunk 1970
Vorgestellt von Isabella Kolar
Überall auf der Welt wird gespielt, ob im Sozialismus, oder im Kapitalismus, ob erlaubt oder verboten. Und es spielen nicht nur die kleinen Leute. Wer träumt nicht davon, einmal durch das große Los zu Glück und Reichtum zu kommen? Aber verdirbt Geld nicht den Charakter? Ist es mehr Spielleidenschaft oder doch der Spielteufel, der uns treibt? Und: Warum glauben die Menschen, ihr Glück mit Hilfe des Spiels zu erlangen?
14:00 Uhr HR 2 Archivschätze
Gespräche am Schreibtisch – Heinrich Böll und Günter Grass
Im Herbst 1961 trifft der Schriftsteller und Literaturredakteur Horst Bienek für seine Interviewreihe „Gespräche am Schreibtisch“ den Schriftsteller Heinrich Böll in dessen Kölner Arbeitszimmer. Im Dezember besucht er Günther Grass in seiner Berliner Wohnung zum Interview.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
P R I N C E – FunkyPurpleAssoziationen. Von Elisabeth Weilenmanns
Tongestaltung: Elmar Peinelt, Regie: Elisabeth Weilenmann (ORF/Hessischer Rundfunk 2026)
„P R I N C E – FunkyPurpleAssoziationen“ Am 2. Oktober wurde Elisabeth Weilenmanns Hörspiel in der Kategorie Radio Music mit dem Prix Italia ausgezeichnet. In der Jurybegründung hieß es, das Hörspiel „wurde für seinen perfekten erzählerischen Rhythmus“ gewürdigt. Der Prix Italia gilt als älteste und bedeutendste internationale Auszeichnung für Radio, Fernsehen und Internet.
16:00 Uhr radio 3 Freiheit Deluxe
Robert Stadlober – Zeit für Träume von einer liebevolleren Welt
Wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt gehen, sondern ins Kaffeehaus! Vielleicht der ideale Ort, um gemeinsam an einer liebevolleren Welt zu arbeiten. Der Schauspieler und Musiker Robert Stadlober ist begeistert von den Kaffeehäusern und Salons der 20er Jahre und tourt mit Texten des Schriftstellers Kurt Tucholsky, die er in Musik übersetzt hat.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„Das Gewehr lebt“ Von Irmgard Maenner
Regie: Judith Lorentz Deutschlandradio Kultur 2006
Der Moment, in dem ein Mensch zum ersten Mal in seinem Leben eine Schusswaffe hält, ist ein ganz besonderer. Welche Beziehung gehen Menschen zu ihren Waffen ein? Und was macht die Waffe mit den Menschen?
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Aktivist und Jazzsänger – Zum 100. Geburtstag von Oscar Brown Jr. Von Hans-Jürgen Schaal
Eigentlich plante Oscar Brown Jr. eine politische Karriere: „Ich habe mich immer als Teil des Black Movement verstanden.“ Nebenher aber schrieb er Songs und Jazz-Betextungen und konnte Stars wie Mahalia Jackson, Sammy Davis Jr. und Abbey Lincoln dafür als Interpret*innen gewinnen. Als er Demo-Versionen seiner Songs an eine große Plattenfirma schickte, wurde Oscar Brown Jr. (ungeplant) selbst als Jazzsänger entdeckt – das war 1960. Rasch stieg er zum populärsten schwarzen Entertainer der USA auf, hatte eigene Sendungen im US-Fernsehen, kam als „Rebell“ auf die Titelseite des Downbeat.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Harsche Sounds, schöne Melodien
Harsche Sounds und schöne Melodien. Wenn die zusammenkommen, dann ist Böttchi glücklich. Und alle anderen hoffentlich auch! Neue Musik von Barnt, Chloe, Mittekill, Sha Ru und vielen mehr. Herrlich.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel
Wir sind das Volk (1+2/4) Nach dem Theaterstück am Deutschen Nationaltheater Weimar
Von Eva Bormann und Luise Voigt
Regie: Luise Voigt
Komposition: Frederik Werth
Ton: Jean Szymczak
Regieassistenz: Assunta Allegiani Deutschlandfunk 2026
Was bedeutet „Wir sind das Volk“ heute? Basierend auf 50 nachdenklichen und emotionalen Interviews mit Menschen aus Weimar und Thüringen erkundet das Hörspiel Fragen nach Zugehörigkeit, Identität, Zusammenhalt und Spaltung.
21:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur Die besondere Aufnahme
Isaac Albéniz: „Iberia“
Lorenzo Soulès, Klavier
Deutschlandfunk Kultur / bastille musique 2026
Drei Jahre hat sich der junge französische Pianist Lorenzo Soulès in „Iberia“ vertieft – als Mentorin hatte er die spanische Pianistin Alicia de Larrocha an seiner Seite.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
Breminale 2026: Nusantara Beat
Nusantara Beat war für viele die Überraschung der Breminale 2026. Die Amsterdamer Band hat indonesische Wurzeln und kombiniert traditionelle Musik aus Borneo, Java oder Sumatra mit Funk, Disco und psychedelischem Soul. Spektakulär.
Mitschnitt vom 1. Juli 2026, Osterdeichwiesen, Bremen
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
Trauben. Rad. Schmalz. Fleisch
Enno Poppe beim Festival „weit! neue musik weingarten“ 2025
Aufnahme vom 15.11.2025 in der Pädagogischen Hochschule Weingarten
Am Mikrofon: Leonie Reineke
Er ist ein Mensch, der nie in den Vordergrund drängt und als Komponist hierzulande dennoch so präsent im zeitgenössischen Musikleben ist wie nur wenige. Enno Poppe, Jahrgang 1969, war im vergangenen Jahr der Porträtkomponist beim Festival „weit! neue musik weingarten“. In einem Kammerkonzert des Berliner ensemble mosaik, dessen Gründungsmitglied und Dirigent er ist, waren vier seiner Werke zu hören. So verschieden sie wirkten, so charakteristisch sind sie für seinen Personalstil. Eine „verbeulte Natur“ attestiert Poppe selbst seiner Musik. Diese entfaltet sich in einer Klangsprache, die von plastischen, beweglichen Gesten und einem eigenwilligen Umgang mit Vierteltönen lebt – sowie von der Kunst, aus einer minimalen Kleinstzelle große Formen entstehen zu lassen.
23:00 Uhr ByteFM Antikörper mit Mark Kowarsch
Ice Cream Man
Neue Veröffentlichungen und Hörerwünsche, außerdem einige tolle Compilations – in der 124. Antikörper-Sendung hat Moderator Mark Kowarsch Musik von The Lemonheads, Modest Mouse, Subterfuge, Die Anstalt, The Milkshakes, Baits, The Chats, Isaac Hayes, Olafur Mowa, Marode, The Koreatown Oddity, Es War Mord, Das Aus Der Jugend, Axis: Sova, Euroteuro, The Monsters, Twisted Teens, H.A.R.M. und Rise Of The Northstar dabei.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Hessen hören 4: Hörgenau
Realisation: Luise Voigt
Seit 1972 ist Hörgenau einer der sieben Ortsteile der Gemeinde Lautertal im Vogelsbergkreis.
Weniger als dreihundert Einwohner leben in diesem Dorf mit Tennisheim und Gemeinschaftshaus. Für die Reihe „Hessen Hören“ hat die Performerin und prämierte Hörspielmacherin Luise Voigt (* 1985), die in Gießen Theaterwissenschaft studierte, Hörgenau besucht und viele O-Töne eingefangen. Das Ergebnis ist eine wortreiche und atmosphärische Ortserzählung.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst
Ein akustisches Fossil für den Morteratsch Ein akustisches Fossil für den Morteratsch
Für „One Minute of Escaping Air” kodiert Klangkünstler Ludwig Berger eine Minute Gletscherklang in synthetische DNA und versiegelt sie am Fuß des Morteratsch im Fels.
Die in Silica-Glas eingekapselte DNA kann Jahrhunderte bis Jahrtausende überdauern. Am 23. September 2026 wird die Kapsel im Rahmen einer öffentlichen Zusammenkunft eingelassen. Hundert Jahre nach der Aufnahme soll die DNA dann entschlüsselt und der bis dahin unveröffentlichte Klang zurück ins Tal gespielt werden. Ilka Geyer spricht mit Berger darüber, wie die feierliche Zeremonie gelaufen ist.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Künstlerische Architektur, inspiriert von Natur und Christentum“ Die Lange Nacht über Antoni Gaudí
Von Étienne Roeder
Regie: der Autor
Mit seinen Gebäuden wollte Antoni Gaudí Kunstwerke schaffen – mit der Kathedrale in Barcelona ist es ihm gelungen.
Als ihn am 7. Juni 1926 eine Straßenbahn zu Boden stößt, will kein Taxifahrer den zerlumpten Alten mitnehmen. Er stirbt im Hospital der Armen. Erst dort erkennt man: Es ist Antoni Gaudí, der Architekt der einzigartigen Kathedrale in Barcelona, der „Sagrada Família“. Hundert Jahre später, am 10. Juni 2026, weiht ein Papst den Christusturm seiner von Nachfahren vollendeten Kirche. Das Kreuz auf der Spitze leuchtet seither jede Nacht über das Mittelmeer wie ein Leuchtturm. Davor liegt ein Leben, das Höhen und Tiefen kennt: die Kupferschmiede seines Vaters, in der er als rheumakrankes Kind lernt, wie aus flachem Blech runde Welten werden können; einen Verlobungsring am Finger der einzigen Frau, die er je wollte; Häuser wie Drachenrücken, Fassaden wie Kleckerburgen und ein Park voller verschlüsselter Botschaften; Rückschläge und eine Fastenkrise – und ein Priester, der dem Verhungernden eine Mission gibt: „Dein Werk soll Nahrung sein“. Dann Dynamit in den Fundamenten, zerschlagene Gipsmodelle, von treuen Händen vergraben. Und eine Nachwelt, die aus den Scherben weiterbaut, mit Computern, deren Logik Gaudí vorausgedacht hat. Die Lange Nacht reist in seine Kindheit, steigt auf die Dächer seiner von manchen als „grässliche Knollen“ verunglimpften Häuser und hinab in die Krypten seiner schönsten Kirchen. Sie sucht das Gespräch mit dem Chefarchitekten, der die „Sagrada Familia“ vollendet hat, mit Theologen und einem Priester-Detektiv, mit einem deutschen Mosaikkünstler, einer Hospizgründerin aus Anatolien und einem alten Mann am Absperrgitter, der als Kind an der Ampel Almosen für diese Kirche sammelte. Eine Lange Nacht über einen Mann, der wie ein Bettler starb und der Welt Gebäude hinterließ, die wie die Bibel zu einer immer neuen Lektüre einladen.