Von Nikolaus Scholz. In Kierling, am Rande des Wienerwalds gelegen, hat Franz Kafka (1883-1924) seine letzten Lebenswochen in einem Sanatorium…
Von Lukas Meyer-Blankenburg (DLF). Anfang des 20. Jahrhunderts war Prag die europäische Hauptstadt der Literatur, ein kultureller Schmelztiegel im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn. Hier wirkten Rainer Maria Rilke, Franz Werfel, Max Brod – vor allem aber Franz Kafka.
Bis heute über allem thronen Name und Werk von Franz Kafka. Seine Texte, wie etwa „Die Verwandlung“ oder „Das Urteil“, gelten als Schlüsselwerke der literarischen Moderne. Doch Kafka war nur einer von vielen Autoren, die sich in den Prager Cafés und bürgerlichen Privatwohnungen trafen und einen künstlerischen Austausch pflegten. Zu den bekanntesten Pragern gehören Rainer Maria Rilke, Franz Werfel und Max Brod. Auch der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch verfasste hier seine Reportagen über das Leben in den dunklen Gassen der Altstadt. Er, so wie viele andere, flohen vor den Nazis, mit denen das multikulturelle Leben der Stadt nachhaltig zerstört wurde. Auch später unter den Kommunisten hatten es die meisten Autoren schwer. Seit 2004 versucht das Prager Literaturhaus die Erinnerung an das literarische Erbe der Stadt zu wecken – und ist damit politisch aktuell. Denn die „Prager Moderne“ stellt auch für die Gegenwart die Bedeutung einer gemeinsamen, multikulturellen europäischen Identität vor Augen.
Als Franz Kafka die Moderne erfand
Eine Lange Nacht über das literarische Prag
Von Lukas Meyer-Blankenburg
Regie: Vera Teichmann
