Cuneiform: Michael Gibbs and The NDR Bigband – In My View / Dieses Wochenende für Five
„Die Musik von Michael Gibbs ist nach wie vor bedauerlicherweise kaum auf Tonträgern dokumentiert, obwohl der Komponist mittlerweile Mitte 70 ist … Inspiriert sowohl von Olivier Messiaen als auch von Gil Evans, ist seine Musik opulent, komplex und dennoch zugänglich und wird von Rockrhythmen und elektrischen Instrumenten getragen …“ BBC Music
Obwohl Michael Gibbs’ überschaubare Diskografie mit wertvollen Aufnahmen gespickt ist, die sein einzigartiges kompositorisches Können widerspiegeln, wurde sie der Breite und Tiefe seines kreativen Schaffens nie gerecht. In seiner mehr als ein halbes Jahrhundert umfassenden Karriere hat er mit einer beeindruckenden Vielzahl von Künstlern aus dem Jazz und darüber hinaus zusammengearbeitet, darunter Pat Metheny, John McLaughlin, Joni Mitchell, John Scofield, Gary Burton, Whitney Houston, Peter Gabriel und Richard Galliano.
Gibbs’ zeitweise bestehende Zusammenarbeit mit der deutschen NDR Bigband, einem der weltweit am längsten bestehenden Jazzensembles, reicht bis in die frühen 1970er Jahre zurück und bot ihm ein besonders wertvolles Medium für seine lebhafte musikalische Fantasie. „Ich habe das Gefühl, die einzelnen Musiker so gut zu kennen, dass ich persönlich für sie komponiere oder meine Kenntnisse über sie bei der Orchesterung einfließen lasse“, sagt Gibbs über die NDR Bigband. „Das ist heutzutage ein Luxus, da andere Projekte eher für die Standardbesetzung geschrieben werden, ohne die persönlichen Eigenschaften der Musiker zu kennen (so beeindruckend diese auch sein mögen – und oft sind sie es).“
Gibbs wurde am 25. September 1937 geboren und studierte bei so namhaften Persönlichkeiten wie Gunther Schuller, George Russell, J.J. Johnson, Aaron Copland, Iannis Xenakis und Lukas Foss. Anfang der 70er Jahre galt er bereits als einer der führenden jungen Arrangeure und Komponisten des Jazz und entwickelte einen persönlichen, dicht strukturierten Stil, der von Gil Evans, Charles Ives und Olivier Messiaen inspiriert war.
Gibbs hat einen subtilen und höchst persönlichen Ansatz für Arrangement und Komposition verfeinert, der treibende Rockrhythmen und asymmetrische Phrasierung einbezieht. Zu Beginn seiner Karriere nahm sein Werk die Jazz/Rock-Bewegung der 70er Jahre vorweg. Obwohl er als Arrangeur bekannter ist als als Komponist, gehört er doch zu den großen Komponisten, die aus der „Brit-Jazz“-Szene hervorgegangen sind, und vier wunderbare, neue Eigenkompositionen stehen hier im Mittelpunkt.
Mit „In My View“ beweist Gibbs zweifelsfrei, dass dieser Jazz-Veteran auch im Winter nichts von seiner Form eingebüßt hat. „Gibbs’ View“ zählt zu den lohnendsten und erfolgreichsten Big-Band-Projekten des Jahres.
1) Klicken Sie auf diesen Album-Link: https://cuneiformrecords.bandcamp.com/album/in-my-view
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