Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1. 01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:03 Uhr Bayern 2 Radiojazznacht
Der Beginn einer wunderbaren Partnerschaft: Zum 100. Geburtstag von John Coltrane und zum 35. Todestag von Miles Davis. Mit Marcus A. Woelfle
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Studio LCB
Aus dem Literarischen Colloquium Berlin
Lesung: Lutz Seiler
Gesprächspartner: Sandra Kegel und Peter Richter
Moderation: Maike Albath
Deutschlandfunk 2026
Lutz Seiler, 1963 in Gera geboren, Lyriker, Essayist und Romancier, hat eine Vorliebe für Tiere. Füchse, Ziegen oder Kakerlaken treten als Sendboten des Surrealen in Aktion und künden von einem anderen Bezug zur Welt. In seinem neuen Roman „Das tickende Herz“ begegnen wir Dodo, der dämmerungsaktiven, nudelfressenden Ziege aus „Stern 111“, wieder, das Wappentier des Helden. Vor allem aber geht es um die Schamanentochter Aysha aus Kasachstan, die Carl Bischoff fast um den Verstand bringt. Er folgt ihr durch halb Europa, bis die Pilgerschaft in der kasachischen Steppe endet. Ayshas Sippe hat sich ausgerechnet auf einem Atomtestgelände verschanzt, wo sie ein Opfer zur Rettung der Welt bringen will. Carl Bischoff ist in tiefer Verwirrung gefangen, und sein Herz scheint so zu arbeiten, wie der Geigerzähler aus Lutz Seilers preisgekrönter Erzählung „Turksib“: mit melodischem Kratzen, Schnarren und Wispern und überraschenden Ausschlägen. Wie es um diesen Helden bestellt ist, diskutiert der Büchnerpreisträger Lutz Seiler mit der Feuilletonchefin der FAZ, Sandra Kegel, und dem Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung, Peter Richter.
01:03 Uhr Ö1 Jazznacht-Stunden aus dem Archiv
Das Quartett Salesny/Schabata/Preuschl/Joos im November 2009 beim Salzburger Jazzherbst
Am 3. November 2009 gastierte ein originell besetztes, drei Generationen von Musikern umfassendes Quartett im Rahmen des Salzburger Jazzherbsts im Studio 3 des ORF-Landesstudios Salzburg. Die Besetzung lautete: Altsaxofon bzw. Klarinetten, Trompete bzw. Flügelhorn, Vibrafon und Bass – und dahinter standen Clemens Salesny, Herbert Joos, Woody Schabata und Raphael Preuschl.
Herbert Joos, 40 Jahre älter als Clemens Salesny, hatte in den 1970er Jahren noch in der Band des Wiener Saxofonisten Hans Koller gespielt, er und Woody Schabata waren später zudem im Vienna Art Orchestra aktiv. Der Jüngste im Bunde, Clemens Salesny, 2004 einer der Mitbegründer der Jazzwerkstatt Wien, hatte das Quartett im Jahr 2007 initiiert, das fortan zwischen avanciertem Kammer-Jazz und freier Improvisation, zwischen Spontaneität und harmonisch-melodischer Sinnlichkeit changierte. Drei Alben erschienen, ehe der Tod von Herbert Joos im Dezember 2019 das Ende der Band bedeutete.
Im Rahmen des sehr gelungenen Konzerts am 3. November 2009 in Salzburg spielten Salesny/Schabata/Preuschl/Joos neben Eigenkompositionen auch Stücke von Hans Koller und Charles Mingus.
13:30 Uhr Deutschlandfunk Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person: Der Musiker Volker Bertelmann im Gespräch mit Raoul Mörchen
Als „Hauschka“ tourt er mit seinem präparierten Klavier durch die Clubs der Welt, unter seinem bürgerlichen Namen schreibt er Soundtracks für Filme wie „Im Westen nichts Neues“ und „Konklave“. In seinem Düsseldorfer Studio steht ein Oscar auf dem Fensterbrett.
14:00 Uhr HR 2 Hörspiel-Premiere
„PRINCE – FunkyPurpleAssoziationen“ von Elisabeth Weilenmann
Ausgewählt zum „Hörspiel des Monats Juni 2026“ von der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste: Mit Witz und großem musikalischem Gespür für Klangräume sei ein vielschichtiges Porträt des Popstars und seiner Zeit entstanden, das Einblick in ein Phänomen gebe, das in gewisser Weise immer ein bisschen unerklärbar bleibt. Das Hörspiel erzähle auf sehr berührende Weise, was Popmusik in uns auslösen kann, was wir mit ihr verbinden und warum sie einige von uns ein Leben lang begleitet.
14:04 Uhr SWR Kultur Feature
OZ. Graffiti-Künstler. Schmierfink. Rebell (2/2) Von Kai Sieverding und Sven Stillich
(Produktion: SWR/NDR/ARD Kultur 2025)
Zwei Jahrzehnte lang geht der Graffiti-Sprayer OZ – bürgerlich Walter Fischer – jede Nacht raus und „macht Hamburg bunter“, wie er sagt – oder, wie andere urteilen: Er verschandelt die Stadt.
Immer wieder wird er verprügelt. Und immer wieder verurteilt, insgesamt zu mehr als acht Jahren Gefängnis. Doch OZ macht immer weiter, am Ende stirbt er als Künstler.
Kai Sieverding und Sven Stillich begeben sich auf die Suche nach dem Menschen hinter der Sprühdose und finden ein Leben, das geprägt ist von Extremen. Ein Feature in 2 Teilen.
15:00 Uhr radio 3 Die Hörbiografie
Peter Tschaikowsky: Der Wille zum Glück – Porzellankind (1840-1865)
Eine Hörbiografie von Jörg Handstein (1/9)
Bei Peter Tschaikowsky ist es kaum möglich, Werk und Leben voneinander zu trennen. Zu dicht durchdringen beide einander. Im Fluss seiner Melodien bleibt der Mensch immer erkennbar, von den Balletten über die Sinfonien bis zu den großen Opern. Dabei steht er zwischen den Welten Russlands und Westeuropas. Seine Werke gehören zu den meistgespielten der Klassik, dennoch sind noch viele Rätsel mit seiner Person verbunden. Nicht zuletzt Tschaikowskys Homosexualität und sein Tod bieten immer wieder Anlässe für Spekulationen. In seiner Hörbiografie hält sich Jörg Handstein an die Fakten und findet in Briefen und Zeitzeugenberichten neue Blickwinkel für ein umfassendes Bild von Tschaikowsky.
15:04 Uhr SWR Kultur Das Musikporträt
Die Dirigentin Marie Jacquot. Von Antonia Ronnewinkel
Diese Dirigentin bewegt Menschen und Musik, positiv und voller Energie. Das kommt gut an – bei Orchestern, Chören und auch beim Publikum. Aktuell ist Marie Jacquot eine der gefragtesten jungen Dirigentinnen. Disziplin, Leidenschaft und Intuition prägen ihren Weg: von der Pariser Tennisjugend-Elite über die klassische Posaune zum Dirigentenpult. Ihre Reaktionen sind mutig, schnell und charmant. Teamgeist steht über allem: Marie Jacquot schätzt Neugierde und Offenheit beim Musizieren. Dazu ein spannungsvolles Wechselspiel, das einen intensiven gemeinsamen Klang zum Ziel hat.
15:05 Uhr Deutschlandfunk Rock et cetera
„Opus Magnum, Geniestreich, Sample-Vorlage“ 50 Jahre „Songs in the key of life“ von Stevie Wonder
Von Fabian Elsäßer
Meisterwerk-Album mit riesemgroßem Bogen, musikalisch wie in den Songtexten.
Als Stevie Wonder 1976 „Songs in the key of life“ veröffentlicht, ist er erst 26 Jahre alt, aber schon Veteran des Musikgeschäfts mit einer Handvoll Hitsingles und mehr als einem Dutzend Alben, denn seine Karriere hatte bereits im Kindesalter begonnen. „Songs…“ jedoch wird sein Meisterwerk, ein Superlativ in jeder Hinsicht: Auf sechs Plattenseiten (dem Doppelalbum liegt noch eines Bonus-Mini-LP bei) lässt Wonder einen Musik-Regenbogen von Gospel, Soul, Funk und brasilianischen Rhythmen schillern. In die Texte legt er tatsächlich sein ganzes Leben, bejubelt die Geburt seiner Tochter, verneigt sich vor seinem musikalischen Idol Duke Ellington, betrauert verlorene Liebschaften und klagt soziale Missstände in den USA an. Und dann sind da eben noch diese packenden Melodien. Sie wurden dutzendfach gecovert und gesampelt, von Will Smith oder Coolio, von Patti Smith bis George Michael. Selbst wer das Album nie bewusst gehört hat, kennt diese Lieder in der Tonart des Lebens.
15:05 Uhr Bayern 2 Hörspiel
„Ladies im Hotel“ von Dorothy Parker
Komposition: Peter Zwetkoff Regie: Irene Schuck BR 1991
Das berühmte „Marlowe“ in New York hat seine besten Tage gesehen, so auch seine Dauergäste: vorwiegend alleinstehende Damen unbestimmbaren Alters: Witwen, Geschiedene oder Abgeschobene. Auf den Fluren des Hotels schwärmen sie von reizenden Männern, terrorisieren ihre Kinder, spionieren sich gegenseitig aus und pflegen ihre Lebenslügen. Dorothy Parker gilt als Virtuosin des Dialogs und der gesprochenen Rede. Frech, geistreich, kompromisslos und tragikomisch wie ihre Erzählungen, die sie berühmt gemacht haben, ist auch ihr 1953 uraufgeführtes Bühnenstück „Ladies im Hotel“. Die amerikanische Schriftstellerin kannte sich aus im New York der 30er und 40er Jahre und seinen Frauen: in den schäbigen, tapferen, sehnsüchtigen Frauen der unteren Klassen wie in den leblosen und leeren aus der Welt der Reichen.
16:00 Uhr radio 3 Hörspiel
Haus Vaterland – Die Hörspielserie zu Babylon Berlin (1/5)
Berlin 1932/33. Im legendären Vergnügungstempel Haus Vaterland wird ein Mann tot im Lastenaufzug aufgefunden – obwohl alles darauf hindeutet, dass er ertrunken ist. Während Gereon Rath einer Spur bis nach Masuren folgt, kehrt Charlotte Ritter aus Paris zurück und beginnt als verdeckte Ermittlerin im Haus Vaterland. Zugleich gerät die Berliner Polizei in den Strudel der politischen Umbrüche.
17:00 Uhr radio 3 Das Gespräch
„Leben im Dazwischen“ Der Architekturtheoretiker Anh-Linh Ngo im Gespräch
Die Ausstellung „Metaxy – Zwischen Zerstörung und Neuaufbau“, die in diesem Herbst in der Akademie der Künste in Berlin zu sehen ist, hat Anh-Linh Ngo entworfen. Der Kurator ist als Herausgeber und Chefredakteur der Architekturzeitschrift Arch+ einer der wichtigsten Architekturtheoretiker der Gegenwart und Vizepräsident der Akademie der Künste.
Als Kind war Anh-Ling mit seiner Schwester als Bootsflüchtlinge aus Vietnam nach Deutschland gekommen, getrennt von der Familie. Darüber hat Matthias Bertsch mit Anh-Linh Ngo gesprochen, über seine Arbeit als Kurator und auch über die Bedeutung von Gemeingütern.
18:00 Uhr HR 2 Feature
Ugandas Kampf gegen AIDS nach dem Aus von USAID. von Bettina Rühl
Uganda galt lange als Erfolgsgeschichte im Kampf gegen Aids – doch dieser Fortschritt bröckelt. Seit der Kürzungen der US-Entwicklungshilfe Anfang 2025 gerät die HIV-Versorgung unter Druck. Betroffene blicken in eine ungewisse Zukunft.
18:20 Uhr SWR Kultur Hörspiel
Reflektier mal die Ästhetik deines Auftritts, Alter! Eine kulturelle Zumutung. Von Gesche Piening
Komposition: David Pätsch Regie: Gesche Piening (Produktion: SWR 2026 – Premiere)
A: Bist du bereit, dich für irgendetwas unbeliebt zu machen? Wenn ja, was ist das? Wenn nein, wie konnte das passieren?!
B: Die Therapeutin gähnt. Der Zyniker fühlt sich bestätigt. Die Übrigen schweigen oder sprechen ausschließlich mit ihrem nahen Umfeld über den Zustand der Welt im Allgemeinen und Speziellen. Allerdings ohne Ergebnis. – Die Destruktion, die gegen das System als Ganzes ist, ist ungebremst im Aufwind. – Das spricht nicht für einen längerfristigen Friedenserhalt.
19:00 Uhr HR 2 hr-Bigband
Brandee Younger (2)
hr-Bigband feat. Brandee Younger, cond. by John Beasley, Sendesaal des Hessischen Rundfunks in Frankfurt, Mai 2026, Teil 2
20:00 Uhr ByteFM Neuland mit Henning Tudor-Kasbohm
Zambient und Erinnerungsbomben
„Zambient“ heißt ein neues, seltsames, elektronisches Album des japanischen Produzenten Towa Tei, der einst mit Deee-Lite den Welthit „Groove Is In The Heart“ landete. Kiefer ist Jazz-Musiker und Beatmaker. Nachdem er sich bei Stones Throw schon den Beatbastlerritterschlag abgeholt hat, markiert sein neues Album „Memory Bomb“ seine Jazz-Adelung, wobei er noch immer in beiden Welten zu Hause ist.
Außerdem dabei ist neue Musik von Starcleaner Reunion, Hermanos Gutiérrez, Penelope Isles und vielen anderen mehr.
20:01 Uhr Ö1 Zeit-Ton
Supernova beim ORF musikprotokoll
Trajectories between Art and Science
Vom 3. bis zum 11. Oktober begibt sich das ORF musikprotokoll im steirischen herbst auf die Suche nach dem Ursprung. In zahlreichen Uraufführungen spüren die eingeladenen Künstler:innen der Verbindung zwischen dem Mikro- und dem Makrokosmos nach. Einen Kristallisationspunkt bilden die Ausstellung „Supernova“ und das Symposium „Space, Time and Material: Trajectories between Art and Science“ mit Lehrenden, Forschenden und Studierenden der Kunstuniversität Graz (KUG) und der Universität Graz. Inspiration schöpften diese bei der SciArt Dialogue Week 2026 am CERN, die wir in diesem Zeit-Ton noch einmal Revue passieren lassen.
Seit 2012 verbindet das Vermittlungsprogramm art@CMS/ORIGIN die Wissenschaftsgemeinschaft rund um den Teilchendetektor CMS mit Kunstschaffenden, Kunststudierenden und Kunstlehrenden, um möglichst viele Menschen für die Teilchenphysik zu begeistern. Gegründet wurde es von dem Physiker, Fotografen und Künstler Michael Hoch.
Die SciArt Dialogue Week 2026 fand auf Miteinladung des ORF musikprotokoll statt. Dieser Einladung gefolgt ist zum einen Anke Eckardt, die an der Kunstuniversität Graz die Professur für Bildende Kunst innehat. Unter ihrer Leitung reiste im Jänner 2026 eine Gruppe Studierender des IEM, des Instituts für Elektronische Musik und Akustik, nach Genf. Die am CERN gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse bildeten den Ausgangspunkt für die Werke, die Anfang Oktober im Volkskundemuseum Graz erstmals zu erleben sein werden.
WDR 3 Konzert live
John Coltrane 100 – Gigant des Jazz
John Coltrane hat Klangwelten betreten, die vor ihm unbekannt waren. Sein Harmoniekonzept ist ebenso einzigartig wie sein spirituelles Spiel. Die WDR Big Band feiert seinen 100. Geburtstag.
Für diese Geburtstagsparty hat Chefdirigent Bob Mintzer den Starsaxofonisten Chris Potter eingeladen, der sich „Tranes“ Werk mit stilistischer Offenheit nähert und den Einfluss des Jahrhundertmusikers auf den modernen Jazz hörbar macht, natürlich inklusive vieler Coltrane-Meilensteine wie „Giant Steps“ oder „Blue Train“. Ein feierlicher Big Band-Abend live aus Köln für den Giganten des Jazz.
20:03 Uhr Bayern 2 Radiofeature
„Die unhörbaren Töne der DDR“ Das Science-Fiction-Autorenehepaar Johanna und Günter Braun
Von Andreas M. Simon und Christoph Bette BR 2004
Totalitäre Herrscher, übergeschnappte Bürokraten und ideologisch verbohrte Gleichschalter bevölkern die dystopischen Geschichten von Johanna und Günter Braun.
Das DDR-Schriftstellerehepaar kann mit Science-Fiction aus den USA nicht viel anfangen, doch um die staatliche Zensur zu umgehen, entwerfen sie phantastische Welten mit Kritik zwischen den Zeilen. Einige ihrer Werke dürfen in der DDR nicht erscheinen. Trotzdem werden die beiden prominente Autoren und ihre Leser wissen die Geschichten zu interpretieren. Sie heißen u.a. „Das kugeltranszendentale Vorhaben“, „Die unhörbaren Töne“ oder „Die Geburt des Pantamannes“.
20:05 Uhr Deutschlandfunk Feature
„Zwischen den Sirenen“ Die vielen Gesichter des ukrainischen Widerstands. Von Philipp Landauer und Luca Faccio
Regie: Dörte Fiedler Dramaturgie: Julia Illmer Deutschlandfunk / WDR 2026
Viele Ukrainer verteidigen ihr Land nicht nur mit Cyberattacken und Waffen. Sie schreiben, malen, musizieren und beraten auch. Denn die Kultur des Landes muss sichtbar und hörbar bleiben, auch um den Menschen Mut und Hoffnung zu schenken.
21:05 Uhr Deutschlandfunk Konzertdokument der Woche
Kammermusikfest Spannungen 2026
Henriëtte Bosmans: Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll
Thorsten Encke: „Black Ice“ für Violoncello und Zuspielband
Franz Schubert: Allegro für Klavier zu 4 Händen a-Moll „Lebensstürme“, D 947
Ludwig van Beethoven: Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 14 cis-Moll, op. 131
Mitschnitt vom 17.6.2026 aus dem Kraftwerk Heimbach
Am Mikrofon: Maria Gnann
Auf der Suche nach Musik von Frauen stieß Tanja Tetzlaff auf die Cellosonate von Henriëtte Bosmans: „Großartig!“
Es sei verrückt, sagt Tanja Tetzlaff, dass sie lange nichts von der niederländischen Komponistin wusste: Henriëtte Bosmans, Jahrgang 1895, wird seit einigen Jahren wiederentdeckt – und gefeiert. Ihre Cellosonate „sollte wirklich ins Standardrepertoire übergehen“. Sie sei tiefgründig, mitreißend, voller Energie, so Tetzlaff. Lange bekannt hingegen ist ihr der zeitgenössische Komponist Thorsten Encke. Das Stück „Black Ice“ hat er für Tetzlaff geschrieben und es ist von Schlittschuhläufern inspiriert, die auf einer scheinbar schwarzen Eisschicht tanzen – sie ist aber transparent und vollkommen glatt. Für Tetzlaff endet das Werk dystopisch, eine Analogie für den Klimawandel und schmelzendes Eis. Beethovens cis-Moll-Quartett dagegen scheint wie eine Befreiungsgeste mit Gruß direkt aus dem Paradies.
22:03 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
In memoriam Antje Kunstmann, Verlegerin
Sie war eine der prägendsten Verlegerinnen Deutschlands: Antje Kunstmann. Die Grande Dame der Bücher hat es geschafft, dass ihr Haus bis heute unabhängig geblieben ist – in einer Zeit, in der Buchmärkte schwerer umkämpft sind denn je. Jetzt ist sie im Alter von 77 Jahren verstorben. In memoriam wiederholen wir ein Gespräch aus dem Jahr 2016.
22:03 Uhr SWR Kultur Jazz NOWJazz
Arbeiterin, Rebellin, Vorreiterin – Joëlle Léandre im Porträt. Von Nina Polaschegg
„Ich bin eine Gypsy des Klanges“ hat Joëlle Léandre einmal gesagt. Klassisch ausgebildet, experimentierfreudig, energiegeladen und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen – die französische Kontrabassistin arbeitete mit Komponisten wie John Cage und Giacinto Scelsi zusammen, bevor sie den Free Jazz für sich entdeckte. Nach der Pianistin Irène Schweizer zählt sie zur zweiten Generation frei Improvisierender und wie ihre langjährige musikalische Weggefährtin zählt auch Joëlle Léandre zu den Pionierinnen der free music. Die Musikerin mit der wirklich eigenen Stimme feiert im September nicht nur ihren 75. Geburtstag, sondern auch ihr 50. Bühnenjubiläum.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Literatur
„Widerspenstige Anmut“ Das italo-slawische Triest
Von Maike Albath (Wdh. v. 07.07.2019)
Eine Kreuzung aus Wien, Ljubljana und Zagreb, dazu ein Meer, dessen Wellen an der Piazza lecken – in Triest verschmelzen der Süden, der Osten und der Norden.
Triest wirkt wie eine Kreuzung aus Wien, Ljubljana und Zagreb – mit einem Meer neben den Boulevards. Slawische, romanische und österreichische Einflüsse überlagern sich auch in der Literatur. Fulvio Tomizza (1935- 1999) kam aus Istrien nach Triest, machte den Verlust der nun zu Jugoslawien gehörenden Dörfer im Hinterland zum Stoff seiner großen Romane und gab Italien einen Teil seiner verdrängten Geschichte zurück. Während Marko Kravos, Jahrgang 1943, die slowenische Lyrik der Grenzstadt prägte und der hochbetagte Romancier Boris Pahor vom Widerstand der Slowenen erzählte, schildert die 1964 in Argentinien geborene Triestinerin Cecilia Prenz, wie sie mit ihrer Familie zuerst Zuflucht in Belgrad fand. Ihr Vater, der Dichter und Romancier Octavio Prenz, war auch dort bald nicht mehr erwünscht und suchte nach einem Ort, wo Süden, Osten und Norden miteinander verschmolzen. Triest, am Rande Italiens gelegen, bildet mit seinen multikulturellen Schichtungen einen Kern Europas.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Neue Musik
Am Puls der Ewigkeit: Steve Reich 90. Mit Sven Ahnert
Clapping Music, Drumming, Music for 18 Musicians: Er gilt als Pionier der Minimal Music, doch Steve Reich sah das anders. Zum 90. Geburtstag blickt Sven Ahnert auf sein Werk zurück.
Seine Musik versetzt in Trance, ein mäandernder Klangstrom. 1994 traf Autor Sven Ahnert den Komponisten in New York. Von den frühen Phasing-Experimenten über den Skandal in der Carnegie Hall bis zur engen Künstlerpartnerschaft mit dem Ensemble Modern beleuchtet die Sendung das Universum einer eigensinnigen Stimme der Neuen Musik. Am 3. Oktober 2026 feiert Steve Reich seinen 90. Geburtstag.
23:03 Uhr BR Klassik – Musik der Welt
Akkordeon-Impressionen. Von Roland Kunz
Der Franzose Vincent Peirani ist ein Phänomen: Er akzeptiert keine musikalischen Grenzen. Mit der Leichtigkeit eines Malers bewandert Peirani die Palette der farblichen und technischen Möglichkeiten seines Akkordeons. Dass es im Jahr 2026 zum „Instrument des Jahres“ proklamiert wurde, lässt ein leichtes Schmunzeln über seine Lippen huschen: „Das Instrument des Jahres“? Für ihn ist es das Instrument des Lebens … und zwar in jeder Minute, jeder Sekunde!
Ähnlich sieht das auch der Virtuose Didier Laloy. Wenn man sein Spiel hört und seine Mimik beobachtet, wahrnimmt, wie er die Töne formt, wie sein Körper sich bewegt, dann kommt man zu dem Eindruck, er sei ein Sänger. Aber Didier sieht sich eher als „Geschichten-Erzähler“. Sein Instrument, das er im Duo Belem gemeinsam mit der Cellistin Kathy Adam atmen und ausatmen lässt, erzählt mal von turbulenten, mal von sanft emotionalen Begebenheiten, die ausschließlich seinem Akkordeon über die Lippen kommen können.
Auch Johanna Juhola wird in der Sendung zu erleben sein: Die Finnin weiß ganz genau, was sie will, welchen Soundeffekt sie kreieren möchte und wie ihr Akkordeon zu klingen hat. Das Instrument ist für sie ganz einfach „Mittel zum Zweck“ … und der heißt: Menschen erreichen!
23:03 Uhr Bayern 2 Nachtmix
Happier than ever – Wenn Musik uns glücklich macht
Musik kann trösten, inspirieren, therapieren und im Optimalfall glücklich machen. Der Popjournalist Michael Behrendt hat genau darüber ein Buch geschrieben: „Playlist zum Glück. 99 1/2 Songs für ein erfülltes Leben“. Wir reden mit dem Autor über Glücksdimensionen im Pop und hören Musik von Theodor Shitstorm, Nina Simone, Oehl und Bob Dylan.
23:03 Uhr SWR Kultur Essay
Zukunft rettet Gegenwart – Wie uns „Star Trek“-Serien mit Fernwärme versorgen. Von Dietmar Dath
Warum sind die Computer auf dem Raumschiff Enterprise besser integriert als in unserem Alltag? Das „Star Trek“-Universum aus zahllosen Serien, Kinofilmen, Spielen, Comics und Texten kennt außer Computern auch lauter Zweibeiner, die keine Menschen sind, aber menschlicher als wir – wie geht das?