Von Haydon Spenceley. Das sechste Album der sechsmal für den Grammy nominierten Saxophonistin Lakecia Benjamin wird als bandorientiertes Projekt mit…
Von Adam McCulloch. Donaldsons neues Album, das dem Andenken an seine verstorbene Frau Agatha gewidmet ist, setzt das Thema der faszinierenden Auswahl an musikalischen Mitwirkenden fort: Jeff Ballard aus dem Trio von Brad Mehldau; Norma Winstone, mit der Donaldson schon seit Langem zusammenarbeitet; Rob Luft und erneut Iain Ballamy.
Auch die junge schwedische Sängerin Rebecka Edlund, der Bassist Tom Mason und der Trompeter Graeme Flowers glänzen. Jeder von ihnen leistet einen überzeugenden Beitrag zu dieser wunderbaren, gelegentlich folkig angehauchten Sammlung von Jazz-Songs.
Schon mit den hymnischen Eröffnungsphrasen des ersten Titels, „Prayer for Tomorrow“, werden wir in eine Klanglandschaft aus wechselnden Strömungen entführt, in der Motive, Riffs und Soli unvorhersehbar, aber musikalisch perfekt ein- und ausgehen. Durch Lufts leuchtende Gitarrenflurries und Ballamys ausdrucksstarke Einwürfe bricht der Titel in Schwung aus, wobei Donaldsons fließende, mitreißende Darbietung im Vordergrund steht, bevor Edlund mit perkussiven Klick- und Knackgeräuschen in ihrem Gesang zurückkehrt.
Die Soli auf der gesamten Platte sind in Stücke eingewoben, die von Anfang an organisch zu wachsen scheinen und sich wie ein Wandteppich entfalten. Die Wirkung ist durch und durch lyrisch, melodisch und zugänglich. Die kompositorische Qualität und das Zusammenspiel des Ensembles werden neben reichhaltigen Klangtexturen und Klarheit hervorgehoben. Ballard treibt jedes Stück mit enormer Sensibilität und Energie voran, reagiert auf jede Nuance und fügt reichlich eigene hinzu. Masons erhabene Resonanz verleiht dem Ganzen enorme Tiefe und gibt Ballard gleichzeitig den Raum, den er braucht.
© UKJazznews, 29.8.2026, Alle Texte: Adam McCulloch
