Essay: Körper in Bewegung oder Fell, Federn, nackte Haut – Von der Natur des Tanzes

Von Wiebke Hüster  (DLF).So artifiziell das klassische und zeitgenössische Ballett auch wirkt, so unmittelbar ist sein Bezug zur Natur. Seit dem Barock zeigt sich hier das Verhältnis von Mensch, Natur und Macht. Und im Tanz selbst ist die Natur als reale Gegenwart präsent.

Am Abend des 23. Februar 1653 beginnt in Paris die Uraufführung eines großen Balletts, das die ganze Nacht hindurch geht und in dem sich die Klassen mischen und Göttinnen, Dämonen, Werwölfe und Straßendiebe einander ablösen. Bei Tagesanbruch erscheint Ludwig XIV. vor dem Publikum, der tanzende König. Er verkörpert ein Gestirn. Als Sonnengott Apollon beschließt er das Ballett. Le Roi Soleil nennt man ihn, weil er verschiedentlich die aufgehende Sonne verkörpert, um zu veranschaulichen, dass seine Macht göttlich ist und von ihm Licht und Wärme ausgehen wie von dem Himmelskörper.

Wiebke Hüster ist seit mehr als zwei Jahrzehnten die Tanzkritikerin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Sie berichtet auch im Deutschlandradio über die aktuellen Entwicklungen dieser Kunstform in all ihren Facetten.

© Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 9.8.2026

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.