Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1. 00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Klangkunst…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
00:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Lange Nacht
„Neue Herrlichkeiten“ Die Lange Nacht über Günter de Bruyn
Von Carola Wiemers. Regie: Klaus-Michael Klingsporn
Der Schriftsteller Günter de Bruyn, dessen hundertster Geburtstag am 1. November gewesen wäre, hat in sechs Jahrzehnten bis zu seinem Tod 2020 mit seinen Romanen, Erzählungen, Essays und autobiografischen Büchern die deutsch-deutsche Literaturlandschaft enorm bereichert. In einer lebenslangen schonungslosen Auseinandersetzung hinterfragte er wie kaum ein anderer Autor seiner Generation die eigene Schreibposition. In Berlin geboren, zog es de Bruyn Ende der 1960er-Jahre in die Mark Brandenburg, wo er im „Abseits“, wie er es nannte, fortan seine Schreibwerkstatt und seinen Lebensmittelpunkt fand – und eine Landschaft, die er akribisch erkundete. Aus dem Ortskundigen wurde ein engagierter Regionalforscher, der in einer Vielzahl von Texten das Märkische in seiner kulturhistorischen Bedeutung zeigt. Mit den Autobiografien „Zwischenbilanz. Eine Jugend in Berlin“ von 1992 und „Vierzig Jahre. Ein Lebensbericht“ von 1996, in Essays und Reden, erweist sich de Bruyn zu Beginn des 21. Jahrhundert als ein wacher Chronist, der das eigene Handeln unausweichlich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sah. Die Lange Nacht geht dem reichen wie eigenwilligen Kosmos eines deutschen Schriftstellers und Intellektuellen nach, der Mündigkeit als eine kostbare zivile Errungenschaft verstand, und für den persönliche Unabhängigkeit und gesellschaftliche Mitverantwortung keine Gegensätze waren. (Wdh.v. 12./13.02.2022)
05:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Aus den Archiven
Apartheid in Südafrika – „Dieses System deformiert uns alle“
Von Klaus Kreimeier Deutschlandfunk 1987
Vorgestellt von Isabella Kolar
Eigentlich ist „Apartheid“ ein harmloses Wort aus der Sprache Afrikaans und bedeutet „Trennung“. Es hat aber als Begriff einer Jahrzehnte dauernden strikten Rassentrennung in Südafrika seine Neutralität verloren. Heute steht die Bezeichnung Apartheid für die systematische Unterdrückung einer nicht weißen Bevölkerungsmehrheit von rund 41 Millionen Menschen durch vier Millionen Weiße bis zum Jahr 1994.
14:00 Uhr HR 2 Archivschätze
Gespräche am Schreibtisch – Uwe Johnson und Wolfgang Koeppen
Max Frisch, Günter Grass, Uwe Johnson, Marie Luise Kaschnitz und viele mehr: In der Reihe „Gespräche am Schreibtisch“ besucht Horst Bienek prägende Autorinnen und Autoren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur in ihren Arbeitszimmern. Heute Wolfgang Koeppen und Uwe Johnson.
14:00 Uhr Ö1 Hörspiel
„Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ von Kai Grehn
Unter Verwendung der Sterbebücher von Auschwitz und von Gedichten von Tadeusz Borowski, Übersetzung aus dem Polnischen: Kai Grehn und Aleksandra Ambrozy.
Geräuschaufnahmen: Jean Szymczak und Kai Grehn, Wortaufnahmen: Martin Seelig und Jean Szymczak
Ton und Technik: Jean Szymczak, Produktions- und Regieassistenz: Julia Weinreich,
Dramaturgie: Manfred Hess und Pia Frede, Regie: Kai Grehn (SWR/DLF 2025)
Im Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome sendet Ö1 ein Hörspiel-Oratorium über die Namen der in Auschwitz Ermordeten, über Erinnerung und das Weiterleben der Stimmen. Menschen aus ganz Europa lesen Namen aus den Sterbebüchern von Auschwitz, verwoben mit Gedichten des Auschwitz-Überlebenden Tadeusz Borowski und Geräuschaufnahmen aus den ehemaligen Häftlingsbaracken.
16:00 Uhr radio 3 Freiheit Deluxe
Klaus Brinkbäumer – Der amerikanische Albtraum
Was tun, wenn man ein Land liebt, das einen zur Verzweiflung bringt? Der Journalist Klaus Brinkbäumer hat viele Jahre in den USA gelebt und von dort berichtet und lässt sich in seiner Amerika-Liebe nicht erschüttern. Gleichzeitig will er in seinem Podcast „Ok, America?“, seinen Büchern und Berichten alles zeigen, was in den USA aus der Bahn geraten ist.
16:05 Uhr Bayern 2 Eins zu Eins. Der Talk
In memoriam Joseph von Westphalen, Schriftsteller
Joseph von Westphalen galt als einer der scharfzüngigsten und witzigsten Autoren Deutschlands. Harry von Duckwitz war sein alter Ego. Jetzt ist er im Alter von 81 Jahren verstorben. In memoriam wiederholen wir einen Talk aus dem Jahr 2011.
18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Feature
„doku drops 17+18“ Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
doku drops 17: places
Zusammenstellung: Judith Geffert und Ingo Kottkamp
Moderation: Judith Geffert
Ton: Azadê Peşmen (Mesopotamian Garden), Ingo Kottkamp (Beyond The Yellow Haze), Judith Geffert (gesamte Folge)
Deutschlandfunk 2026
18:20 Uhr SWR Kultur Jazz
Homezone – Jazz in Südwest. Aufbruch ins Abseits? (2/2). Von Ulrich Kriest
Das (auch heroische) Scheitern hat das Besteck des Jazz-Diskurses für die Geschichte reserviert. Die Gegenwart des Jazz signalisiert Marktgesättigtheit und bietet im Ausgleich eine Handvoll nicht transparenter Fördertöpfe. Mit welchen Strategien und Überlegungen begegnen junge Musiker*innen der stark eingeschränkten Aufmerksamkeitsökonomie der Szene, um ihre Kunst sicht- und hörbar zu machen, ohne „denen ihr Spiel“ zu spielen? Eine Gesprächsrunde zur Lage, ihren Widersprüchen, Hoffnungen und Utopien – u. a. mit Tim Stohmeier, Marco Sickinger, Iris Eckert, Lars Toepperwien, Samuel Restle.
19:00 Uhr HR 2 Blues’n’Roots
Blue Notes in vielen Farben
Son Of A Sinner – neu von Jovin Webb | Johnny Rawls & Dave Keller – Tribute To Soul | Musikalische Erinnerungen an Ike Turner und Peter Green
19:05 Uhr Bayern 2 Zündfunk Gästemix
Lieblingssongs von BECK. Mit Christoph Lindemann
Der kalifornische Musiker Beck Hansen (56) ist in den 90er Jahren mit dem Überraschungshit „Loser“ zum Star geworden. Den Status des „One Hit Wonders“ hat er aber schnell verlassen: Beck gehört längst zu den renommiertesten Songschreibern seiner Generation. Für seine Musik war er 24 mal für den Grammy nominiert, acht Mal hat er ihn gewonnen. Aber welche Songs inspirieren ihn? Welche Alben haben ihn in schweren Zeiten begleitet? Zur Veröffentlichung seines Albums „Ride Lonesome“ hat er sich in Paris mit Christoph Lindemann über seine Arbeit und über Musik unterhalten und für Bayern 2 einige seiner Lieblingssongs ausgesucht.
20:00 Uhr ByteFM Electro Royale Musik aus Strom mit Martin Böttcher
Juan Atkins, der Originator!
Im Alter von nur 64 Jahren ist Techno-Erfinder Juan Atkins gestorben. In dieser Ausgabe von Electro Royale wird zwei Stunden lang nur Musik von Juan Atkins und einigen seiner Mitstreiter laufen. Model 500, Cybotron, Infiniti, das sind die Projekte des Detroiters. Derrick May, Kevin Saunderson, Richard Davis und Moritz von Oswald sind diese Mitstreiter. R.I.P.!
20:03 Uhr ARD Radio Kulturnacht – LIVE
Die Nacht des Hörspiels – Hörspiel macht Spaß!
Mit: Mithu Sanyal (Kulturwissenschaftlerin), Stefan Stuckmann (Comedy-Autor), Mariella Tripke (Comedy-Autorin), Cathlen Gawlich (Schauspielerin) u. v. a.
Musik: The Razzzones
Moderation: Thomas Böhm
(Liveübertragung aus dem ZKM in Karlsruhe)
ab 22:00 Uhr: „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ Nach der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll
Hörspielbearbeitung: Hermann Naber
Komposition: Rolf-Hans Müller Regie: Hermann Naber
(Produktion: SWF 1986)
20:05 Uhr Deutschlandfunk Hörspiel des Monats Oktober 2026
Unwandelbar, Luise – Ein Album für die Königin in 10 Bildern von Ruth Johanna Benrath und Christine Nagel
Regie: Christine Nagel
Regieassistenz: Fabienne Dür
Ton: Nikolaus Löwe
Schnitt: Katrin Witt
Musik: Peter Ehwald Redaktion: Juliane Schmidt rbb 2026
„Unwandelbar, Luise. Ein Album für die Königin in 10 Bildern“ ist Hörspiel des Monats Oktober 2026. Darin entsteht aus Briefen und Zeugnissen ein vielschichtiges Porträt der preußischen Königin Luise.
22:00 Uhr Bremen 2 Sounds in concert
James McMurtry. Mitschnitt vom 25. August 2026, Kulturzentrum Schlachthof
Er gilt als einer der größten Songschreiber unserer Zeit und beim Auftritt im Schlachthof Bremen ist James McMurtry dem Ruf gerecht geworden. Americana mit Blues und Folkeinflüssen und viele große Geschichten.
22:05 Uhr Deutschlandfunk Atelier neuer Musik
„Return from Exile“ Über die Rückkehr der jüdischen Emigration ins deutsche Musikleben
Von Georg Beck (Wdh. v. 3.10.2020)
Im Vordergrund stand nicht der Fortschritt des musikalischen Materials, vielmehr das Fortschreiten eines neuen Miteinanders.
Aus westdeutscher Sicht bedeutete das Projekt „Deutsche Einheit“ nicht nur den Umbau der neuen ostdeutschen Länder. Es verlangte der wiedervereinten Nation ab, ihr Verhältnis zu den Opfern der NS-Diktatur auf eine neue Basis zu stellen. Deren Rückkehr wurde so möglich. Die osteuropäischen Juden kamen zuerst, sie bereicherten die hiesigen jüdischen Gemeinden. Es kamen exilierte Künstlerinnen und Künstler. Wer nicht kommen konnte oder wollte, weil er bzw. sie anderswo Wurzeln geschlagen hatten, war offen für diejenigen, die nun auf sie zukamen. Autor Georg Beck berichtet von seinem Zusammentreffen mit jüdischen Musikschaffenden wie Josef Tal, Jeffrey Burns, Ursula Mamlok, Simha Arom und anderen. Ein Blick in eine Epoche voller Dynamik, in der die Erinnerung anfing, sich neu zu organisieren.
23:00 Uhr HR 2 The Artist’s Corner
Hessen hören 54: Florian Briegel – ciconia (Rodenbach)
hr 2026 | Ursendung
Aufgewachsen in der Gemeinde Rodenbach bei Hanau, ist dem Komponisten Florian Briegel (*2000) der in den dortigen Wiesen und Auen beheimatete Weißstorch („Ciconia ciconia“) gut vertraut. Dessen markante Rufe und Laute, seine Kommunikation per Ober- und Unterschnabel, weshalb er auch Klapperstorch genannt wird, sind in Briegels Hessen-hören-Stück durchgängig präsent.
23:00 Uhr ByteFM Antikörper mit Mark Kowarsch
Music for Púcas
Auch in der 125. Antikörper-Sendung ‚Music for Púcas‘ werden Hörerwünsche erfüllt und neue Veröffentlichungen vorgestellt. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Compilation “Gettin‘ Ready-The Eel Pie Island Story 1962-1969“, die Cherry Red Records als 3CD-Boxset am 27. November 2026 veröffentlichen wird.
Freut euch auf Musik von Krake, Roky Erickson And The Aliens, Thee Headcoats, Die Verlierer, Roger Alan Wade, Range Rats, Screaming Lord Sutch, Dez Dare, Turnstile, Team Scheisse & Modeselektor, Piss, Fake Names, Protomartyr, Motörhead & The Damned, Mittekill, Thee Headcoatees, Attacke Pankow, Angel Corpus Christi, The Go-Betweens und Blut + Eisen.
23:03 Uhr SWR Kultur Musikstunde
Jazz global: Los Otros somos Nosotros – Lateinamerikanischer Jazz weltweit. Mit Konrad Bott
„Amerika“ – dieses Wort wird oft als Synonym für die USA verwendet. Dabei sind die Vereinigten Staaten nicht mal das größte Amerika. Lateinamerika, das sich über die Sprache der Kolonialmächte definiert, ist flächenmäßig doppelt so umfangreich. Und selbstverständlich entspringen den zahlreichen Ländern dort viele großartige Jazz-Musikerinnen und -Musiker. In dieser Sendung heften wir uns an die Fersen von Latinas und Latinos aller Couleur, die in ihren Herkunftsländern oder aber als Globetrotter ihre eigene Kultur mit improvisierter Musik verbinden.
23:03 Uhr WDR 3 Studio Akustische Kunst
„Plantas“ Von Miki Yui
Resonanzen des Pflanzlichen. In Salvador da Bahia sprach die Klangkünstlerin Miki Yui mit zwölf Menschen über Pflanzen, die für ihr Leben eine besondere Bedeutung haben.
Ihre Erzählungen führen zu persönlichen Erinnerungen und Glaubensvorstellungen, aber auch zu Kolonialgeschichte und ihren Spuren in der Gegenwart. In Plantas verbindet Yui Stimmen, Aufnahmen und elektronische Klänge zu einem vielschichtigen Hörraum.
23:05 Uhr Deutschlandfunk Lange Nacht
„Neue Herrlichkeiten“ Die Lange Nacht über Günter de Bruyn
Von Carola Wiemers Regie: Klaus-Michael Klingsporn
Der Schriftsteller Günter de Bruyn, dessen hundertster Geburtstag am 1. November gewesen wäre, hat in sechs Jahrzehnten bis zu seinem Tod 2020 mit seinen Romanen, Erzählungen, Essays und autobiografischen Büchern die deutsch-deutsche Literaturlandschaft enorm bereichert. In einer lebenslangen schonungslosen Auseinandersetzung hinterfragte er wie kaum ein anderer Autor seiner Generation die eigene Schreibposition. In Berlin geboren, zog es de Bruyn Ende der 1960er-Jahre in die Mark Brandenburg, wo er im „Abseits“, wie er es nannte, fortan seine Schreibwerkstatt und seinen Lebensmittelpunkt fand – und eine Landschaft, die er akribisch erkundete. Aus dem Ortskundigen wurde ein engagierter Regionalforscher, der in einer Vielzahl von Texten das Märkische in seiner kulturhistorischen Bedeutung zeigt. Mit den Autobiografien „Zwischenbilanz. Eine Jugend in Berlin“ von 1992 und „Vierzig Jahre. Ein Lebensbericht“ von 1996, in Essays und Reden, erweist sich de Bruyn zu Beginn des 21. Jahrhundert als ein wacher Chronist, der das eigene Handeln unausweichlich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden sah. Die Lange Nacht geht dem reichen wie eigenwilligen Kosmos eines deutschen Schriftstellers und Intellektuellen nach, der Mündigkeit als eine kostbare zivile Errungenschaft verstand, und für den persönliche Unabhängigkeit und gesellschaftliche Mitverantwortung keine Gegensätze waren. (Wdh.v. 12./13.02.2022)