Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1. 19:00 Uhr HR 2 Hörbar…
Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, ByteFM sowie des Ö1.
01:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur Tonart Klassik
Moderation: Volker Michael
Ein geschichtsträchtiger Tag, nicht nur in Deutschland – als habe der 9. November eine besondere Anziehungskraft – Musik gibt es zu all diesen Anlässen: Die doppelte Ausrufung der deutschen Republik 1918, die Reichspogromnacht 1938, die eher zufällig erfolgte Maueröffnung 1989, aber auch der Beginn der Herrschaft Napoleons in Frankreich, die Hinrichtung des Freiheitshelden Robert Blum 1848, die Uraufführung von Paul Hindemiths Oper „Cardillac“ vor 100 Jahren in Dresden und die Entfernung des Leipziger Denkmals für Felix Mendelssohn Bartholdy durch den NS-Staat vor 90 Jahren. Vor 60 Jahren starb der Komponist und Allroundkünstler Hans Jürgen von der Wense. Außerdem ein Rückblick auf das Schaffen des Dirigenten Herbert Blomstedt, der im Alter von 99 Jahren am 4. November 2026 gestorben ist. Und jede Menge Neuerscheinungen mit Musik von Ernest Bloch, Carl Maria von Weber, Bernhard Henrik Crusell, Violakonzerten aus Berlin mit dem Bratscher Johannes Pramsohler, Chopin auf einem frühen Pleyel-Flügel und Klaviertrios von Leopold Anton Kozeluch.
19:00 Uhr HR 2 Hörbar
KAL mit Roma-Tradition und Kino & mehr Musik grenzenlos
Die Band KAL aus Belgrad bringt heute unsere Boxen zum Glühen. Anschnallen ist angesagt, denn es geht um den Globus mit „Cinema Caravan“ – dem neuen Album der Roma-Kapelle.
19:30 Uhr Ö1 On Stage
New York City in Saalfelden: Chris Speed & Yeah No
Das US-Quartett Yeah No mit Chris Speed, Cuong Vu, Skúli Sverrisson und Jim Black beim Jazzfestival Saalfelden 2026
Am 23. August 2026 beschloss das New Yorker Quartett Yeah No die heurige Ausgabe des Jazzfestivals Saalfelden auf der Hauptbühne im Congress. Damit kehrten alte Bekannte in den Salzburger Pinzgau wieder, haben sich doch Saxofonist und Bandleader Chris Speed, Trompeter Cuong Vu, der aus Island stammende Bassist Skúli Sverrisson sowie Schlagzeuger Jim Black schon 1997 in New York City zusammengefunden. Und sind sie doch seither in den verschiedensten Konstellationen immer wieder in der Stadt am Steinernen Meer zu hören gewesen.
Yeah No tourte in den frühen 2000er Jahren durch die USA und Europa, damals entstanden auch weitere Alben wie „Emit“ (2000) und „Swell Henry“ (2004). Nach jahrelanger Pause hat Chris Speed das Ensemble nun reaktiviert, der konzeptionelle Ansatz ist im Wesentlichen derselbe geblieben, wie in Saalfelden zu hören war: In Speeds Kompositionen loteten die vier Musiker unbekümmert und lustvoll die Bereiche zwischen Jazz, osteuropäischen Volksmusik-Einflüssen, Rock und freiem Spiel aus, wobei die Besetzung ohne Harmonieinstrument nicht zufällig an jene von Ornette Colemans berühmtem Quartett der 1950er Jahre erinnert. Ein umjubelter Ausklang des starken Festival-Jahrgangs 2026 in Saalfelden!
19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur Zeitfragen. Feature
Thementage Freiheit: Mein Recht. Dein Problem? Wem gehört die Freiheit?
Warum ein Grundrecht zum politischen Kampfbegriff geworden ist
Von Ulrike Köppchen
Kaum ein Begriff ist in westlichen Gesellschaften so positiv besetzt wie „Freiheit“: Während andere Grundwerte wie Gleichheit kontrovers diskutiert werden, wird sich kaum jemand finden, der sich nicht zur Freiheit bekennen würde. Auch politische Vorhaben werden gern mit der Freiheit begründet – etwa wenn „unsere Freiheit“ am Hindukusch oder in der Ukraine verteidigt werden soll, um Militäreinsätze oder Waffenlieferungen zu rechtfertigen. Was dabei jeweils mit Freiheit gemeint ist, bleibt aber oft unklar – und ist hart umkämpft: Auch Populisten reklamieren sie für sich und propagieren ein radikal-libertäres Freiheitsverständnis, das vor allem bedeutet: möglichst wenig Staat. Aber vielleicht braucht es den Staat auch, um Freiheit der Bürger erst zu ermöglichen?
20:00 Uhr Deutschlandfunk Kultur In Concert
„Jazzfest Berlin“ Haus der Berliner Festspiele
Ganavya
Aufzeichnung vom 01.11.2026
Spiritueller Jazz trifft auf klassische südasiatische Musik mit Ambient-Einflüssen.
20:03 Uhr ARD Konzert
Konzertabend voller literarischer Verwandlungen
Staatskapelle Dresden; Siobhan Stagg (Sopran)
Leitung: Elim Chan
Paul Dukas: „Der Zauberlehrling“
Unsuk Chin: „Puzzles and Games“ from Alice in Wonderland
Sergej Prokofjew: Suite aus dem Ballett „Romeo und Julia“ op. 64
(Konzert vom 7. Juli 2026 in der Semperoper, Dresden)
21:00 Uhr Ö1 Blaue Stunde
Zaubermärchen für Erinnerungsradio
„DES EISES, WO EISESTE, LAWINEN, EINES WELTKRIEGS (WUNDSCHNEE), UND TROTZ DER ERINNERUNG“. Von Peter Pessl (Übertragung in 5.1. Surround Sound)
„Ein ukrainisches Mädchen aus einem stotternden Zeitungsbericht mit dem Namen Snegurotschka („Schneeflöckchen“), das bei einem russischen Raketenangriff im Frühjahr 2022 auf den Bahnhof von Kramatorsk schwer verwundet wurde, (was ihm weiter geschah, weiss ich nicht zu sagen), und das unweit der Gegend, nahe einem Erlenwäldchen, in der mein Vater, der Panzermann, im zweiten Weltkrieg in einem Bombentrichter um ein Haar zu Tode kam, liess mich über Wochen, Jahre, nicht los und vermengte sich mit einem ganz ähnlichen, etwa achtjährigen Romamädchen, das mir vor Jahren kurz vor Weihnachten beim Pilzesammeln im Standwald von Markt Allhau im Burgenland begegnete, den Weidenkorb mit Rötelritterlingen gefüllt, obwohl von den BewohnerInnen lange vertrieben, obwohl lange tot, in Auschwitz ermordet, und das ich so reden hörte: „Wollen wir? Wollen wir, mein Kleiner? Wollen wir sammeln, die Pilze, die süssen, das wärmende Brennholz? Wollen wir die Toten sammeln, versammeln? Wollen wir die Getöteten herunterzählen, zuendeerzählen, zuendeerinnern?“
21:05 Uhr Uhr Deutschlandfunk Musik-Panorama
Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal
Ivan Khandoshkin
3 Sonaten für Violine solo, op. 3
5 Variationen über russische und ukrainische Volkslieder für Violine und Bass
Anna Dmitrieva, Violine + Pavel Serbin, Violoncello
Aufnahme vom August 2025
Am Mikrofon: Helga Heyder-Späth
Anna Dmitrieva und Pavel Serbin bringen die Kunst des ersten russischen Stargeigers auf historischen Instrumenten zum Leuchten.
Mit 13 Jahren wurde Ivan Khandoshkin in das Hoforchester von Zar Peter III. aufgenommen, mit Fünfzehn spielte er in der hochkarätigen Operntruppe Katharinas der Großen. Der russische Geiger mit ukrainischen Wurzeln avancierte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zur Schlüsselfigur für die Entfaltung eines virtuosen, italienisch beeinflussten Instrumentalstils in Russland. Mal von klassischer Leichtigkeit geprägt, mal stürmisch drängend stellen seine Sonaten für Violine solo op. 3 höchste spieltechnische Ansprüche. Anna Dmitireva, Barockgeigerin aus Russland mit Wahlheimat Köln, hat sie im Deutschlandfunk Kammermusiksaal eingespielt und ihnen gemeinsam mit dem Cellisten Pavel Serbin einige von Khandoshkins kaum weniger anspruchsvollen Volkslied-Variationen gegenübergestellt.
22:00 Uhr ByteFM Rock The Casbah mit Burghard Rausch
Social Apocalypse
In dieser Ausgabe gibt es Neues und Aktuelles von The Dead Daisies, Tony Iommi, Airbourne, Bullet For My Valentine, Zebrahead, Hard-Fi, Mogwai & Iggy Pop, The Snuts, Leap, Daily Thompson, Itchy, Shinedown, Älteres von Papa Roach, außerdem eindringliche und verschärfte Konzert-/Tourneehinweise/Veranstaltungshinweise für Papa Roach, Zebrahead, Mogwai, Leap, Daily Thompson, Itchy und Shinedown.
22:03 Uhr ARD Jazz Spotlight
„A love supreme“ – Die hr-Bigband und Isaiah Collier feiern John Coltrane
Von Karmen Mikovic
Auf seinen Alben geht es um Glauben, Überzeugungen, Weisheit und afroamerikanisches Kulturerbe: Der US-amerikanische Saxofonist Isaiah Collier (*1998) ist in vielerlei Hinsicht der perfekte Nachlassverwalter von John Coltrane. Sein zweites Album hat er 2020 aufgenommen, an Coltranes Geburtstag am 23. September, und das in jenem legendären Studio, in dem auch „A love supreme“ entstanden war. Dessen Meisterwerk spielt Collier zusammen mit der hr-Bigband in Jim McNeelys Version, dazu aktuelle eigene Musik, großorchestral arrangiert von John Beasley.
23:03 Uhr WDR 3 Open
Mari Boine: Die Stimme der Sami wird 70. Mit Antje Hollunder
Norwegens Grande Dame der Sami macht seit den 1980er Jahren mit ihren mystischen Songs die einst unterdrückte Kultur ihres indigenen Volkes bekannt. Antje Hollunder gratuliert ihr zum 70. Geburtstag.
23:03 Uhr Bayern 2, Bremen Zwei und MDR Kultur Nachtmix
„Welcome to the Diva Club!“ Musik von Uche Yara, Grace Jones und Shygirl
Mit Ann-Kathrin Mittelstraß
Die in Berlin lebende österreichische Musikerin Uche Yara ist gerade das Aufregendste, was aus der deutschsprachigen Pop-Landschaft kommt. Das weiß auch das britische NME-Magazin, das ihr eine Titelstory gewidmet hat. Bei mir wirkt das Münchner Konzert der 24-Jährigen noch fast körperlich nach. Uche Yara hat den Club Rote Sonne im Alleingang, mit Computer und E-Gitarre, in ihren eigenen tollen “Diva Club” verwandelt – nicht nur beim gleichnamigen Song. Inspiriert von Uche Yara tauchen wir in dieser Stunde “Late Nite Sounds” in die Welten andere großartiger Diven ein: Da wäre Grace Jones (an die ich bei Uche Yara oft denken muss), die Londonerin Shygirl, die gerade ein neues Album veröffentlicht hat, Dawn Richard aus New Orleans, die ihre kreolische Kultur feiert, Jlin, die Footwork-Queen aus Gary, Indiana. Und: Marina Herlop aus Barcelona, die in Sachen experimenteller, eigenwilliger Musik gerade nicht zu übertreffen ist.
